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Zwei Wochen mit dem Zelt im Busch und zwei Wochen auf alten und neuen Pfadenoder: Von falschen Orten und richtigen Zeitpunkten im südlichen Afrika |
WildernessRegen, Regen, Regen. Nach sonnenreichen Tagen folgte am Morgen ein starker Dauerregen. So fiel auch die geplante Führung durch die Farm aus. Auf ihr werden Farne gezüchtet, die zum Verkauf in ale Welt gehen. Sicher interessant, aber bei dem Wetter machte es einfach keinen Sinn. So fuhren wir nach dem Frühstück direkt zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück, wo unsere Autos auf uns warteten. David erwartete noch eine böse Überraschung. Er hatte das Beifahrerfenster offen gelassen und der Wagen stand zwei Tage auf dem Parkplatz. Aber nicht das etwas entwendet wurde war das Problem, sondern, dass der Beifahrersitz nun durchnässt war und Fiona zunächst hinter David Platz nehmen musste. Das Wetter besserte sich nicht wesentlich an dem Tag und so fuhren wir direkt in ein großes Einkaufszentrum zum shoppen. Der günstige Euro-Kurs und die sowieso nicht hohen Preise füllten unserer Tüten. Eine Unterkunft direkt am breiten Strand von Wilderness mit Blick aufs Meer ist im Normalfall ein Traum. Aber wir hatten die vorherigen Tage schon Traumunterkünfte und so hielt sich unserer Begeisterung als wir in unserer B&B ankamen in Grenzen. Wir waren einfach zu verwöhnt. Immerhin hatte der Regen nachgelassen, so dass ein Strandspaziergang möglich war. Auch ein anschließender Cafébesuch mit Plätzen im Freien zum Postkartenschreiben war mittlerweile möglich. Der Höhepunkt unseres Aufenthalts in Wilderness folgte am Abend. Ein Essen im Serendipity. Wir wollten im Vorjahr dort schon Essen, was nicht klappte. Nun holten wir es nach. Und es lohnte sich! Das Mehrgängemenü feinster Speisen in schönem Ambiente mit tollem Service begeisterte uns. Nur die sehr große deutsche Reisegruppe an den Nebentischen störte ein wenig. Wir wurden offensichtlich als Deutsche in einem Raum zusammengesetzt. Ob bewusst oder Zufall – bei uns kam bei den laut diskutierten Themen Mittsechziger an den Nebentischen irgendwie nicht die Stimmung auf, die man normalerweise in einem Land fern der Heimat hat. Und Heimweh noch viel weniger. Sonne, Sonne, Sonne. Da war sie wieder und sollte uns auf den letzten Tagen auch nicht mehr verlassen. Aber das wussten wir an diesem Karfreitagmorgen noch nicht. Wir genossen das Frühstück im Freien am Meer und fuhren nach Kapstadt. |
KapstadtOstern stand vor der Tür und die Kapstädter im Stau. Auf der Strecke nach Kapstadt kamen uns so viele Autos entgegen, dass wir dachten, wir treffen gar keinen mehr an in der Mother City, wie Kapstadt auch gern genannt wird. In unserer Richtung waren wir meist allein unterwegs. Der erste Stopp war in Somerset West bei Nonnie und Peet, die wir jedes Mal wenn wir in Südafrika sind besuchen. Nonnie hatte Welpenverkaufstag und entsprechend viel Trubel war im Haus. Immerhin ist sie mittlerweile eine bekannte Rottweilerzüchterin und ihre Welpen offensichtlich sehr begehrt. Wir hatten Mühe einen Parkplatz zu finden. Es war aber schon das Ende der Veranstaltung in Sicht, so dass wir noch bei Kaffee und Gebäck und Hundekraulen die ersten Geschichten austauschen konnten. Dann fuhren wir nach Camps Bay, wo wir über Ostern bleiben wollten. Simona war eine Deutsche, die in Camps Bay das Haus hatte, welches als höchstes am Berg lag. Das Haus hieß interessanterweise Villa Simona. Wir hatten ein Zimmer in dem Haus gemietet. Viel mehr, als dass es einen Swimmingpool innen und außen besaß, einen tollen Meerblick hatte und ein wenig Liegewiese bot, lässt sich nicht berichten. Simona war sehr freundlich und auch für den einen oder anderen Schnack zu haben. Nach dem wir den Pool getestet hatten fuhren wir ins Codfathers, einem Fischrestaurant – wie es sich für Karfreitag gehört. Wir hofften, dass Hummer und Riesengarnelen aus Mosambik auch als Fisch zählen. Die hatten wir neben dem Blue Merlin und dem Redsnapper auf unserer sehr delikaten Fischplatten. Dem starken Euro sei's Dank. Wir hatten mit Absicht eine Unterkunft ohne Verpflegung gewählt, da das oft sehr üppige Frühstück keine weiteren zwei Tagesmahlzeiten mit gutem Gewissen zuließ. So konnten wir am folgenden Tag ein spätes, zünftiges Weißwurstfrühstück im Paulaner Biergarten an der Waterfront in Kapstadt genießen. Während wir uns unter einem Schirm vor der Sonne schützten kämpfte Deutschland gerade mit einem Wintereinbruch zu Ostern. Da waren die Münchner Biergärten wohl noch sehr ungemütlich. |