Drei Wochen im Kinder Paradies

oder: falsche Kamelle für die Strauße

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Hout Bay

In Kapstadt war Sommer als wir kurz vor Mittag landeten. Die Einreise verlief gewohnt flüssig – der Schweiß mittlerweile ebenso. Das Gepäck war vollständig, nur beim Mietwagen mussten wir uns gedulden. Aber auch das war bald geschafft und wir fuhren geschafft und glücklich durch die Vororte von Kapstadt nach Hout Bay.

Angekommen in der Bayview Lodge erwartete uns ein Geburtstagssekt und Heidelbeermuffins als Willkommensgruß. Es war heiß und wir konnten den Verlockungen des Pools nicht lange widerstehen. So verbrachten wir den Nachmittag dort und genossen das herrliche Februarwetter.

Für einen Restaurantbesuch waren wir dann aber doch noch nicht fit. Wir fuhren zu Fish on the Rocks, wo es leckere Fish'n'Chips gab, die wir an der frischen Luft aßen. Nach so einem Tag rief das Bett uns früher als sonst und wir strichen recht früh die Segel.

Es regnete am Morgen, die Luft roch herrlich. Dank der Terrassenabdeckung konnten wir im Freien frühstücken. Entgegen unseren Erfahrungen ließ es sich unser kleiner Mann so richtig schmecken. So ein Essen an der frischen Luft ist wohl doch appetitanregender als im dunklen und ungemütlichen Deutschland zu der Zeit.

Was macht man an einem so verregneten Tag? Besorgungen erledigen. Das sind nicht so viele im Urlaub, aber in einer Mall entdeckten wir das eine und das andere. So hatten wir auf dem Rückweg nicht nur das nötigste, sondern auch einen Hubschrauber, ein Einschlafbuch, ...

Am Nachmittag wollten wir dann doch noch was unternehmen. Wir entschieden uns für den Strand von Llandudno. Vielleicht regnet es da ja weniger. Und es regnete weniger, nämlich gar nicht. Die Sonne schien vom fast wolkenlosen Himmel und wir spazierten am Strand ohne jeglichen Sonnenschutz, da wir ja im Regen gestartet waren.

Zurück in Hout Bay war es wieder bedeckt, aber wenigstens trocken.

Hout Bay

Der nächste Morgen warf zunächst unsere Tagesplanung über den Haufen. Statt Aquarium und Waterfront-Bummel, was wir bei trübem Wetter vorhatten, machten wir uns auf den Weg ans Kap. Die Wetteraussichten stimmten uns optimistisch. Und wir taten das Richtige. Am Kap der Guten Hoffnung war es noch diesig, was beim Aufstieg noch von Vorteil war. Oben auf dem Da Gama Peak, wo wir gemeinsam ein paar Steinpyramiden bauten, sahen wir schon die Sonne kommen. Etliche Klippschliefer huschten um uns herum. Auf dem Weg zurück wurde es dann sonnig und warm. Wir verzogen uns von dem mittlerweile sehr vollem Kap und fuhren ein paar hundert Meter weiter, um ein Picknick zu machen. Dabei beobachteten wir einen Taucher, der sich gerade sein Abendessen harpunierte. Ein paar Fische und Hummer hatte er gefangen.

Den Rückweg über den Chapmans Peak verschlieft der kleine Mann komplett, sogar in der B&B lag er noch einige Zeit im Bett. War halt ein aufregender und wohl auch anstrengender Vormittag. Doch mit einem erfrischenden Bad im Pool wurden wir alle wieder wach und wir beschlossen den Tag mit einem Essen im Marinas Wharf, wo wir auf andere Gäste trafen, die ebenfalls einen kleinen Sohn dabei hatten. Die beiden brauchten nicht lange um sich anzufreunden und gemeinsam durchs Restaurant zu toben. Was aber dort kein Problem war. Im Gespräch mit den Eltern, die deutsch-südafrikanisch waren tauschten wir uns über die Lebensumstände mit kleinen Kindern in Deutschland und Südafrika aus. Viele Probleme sind gleich – ebenso viele unterschiedlich.

In unserem Auto leuchtete seit Tagen eine Lampe. Wir schauten in die Betriebsanleitung und dort stand etwas von Motorschaden oder so ähnlich. Obwohl er fuhr, wollten wir doch gern Gewissheit. So planten wir in Kapstadt zu Europcar zu fahren, um uns zu erkundigen, was da los sei.

Zuvor ging es aber ins Aquarium. Wir mussten zwei Runden drehen, so begeistert war unser Sohn. Das Tollste war sicher das nur für Kinder begehbare Clownfisch Aquarium.

Nach einem Mittagessen und ausgiebigen Spielplatz-Stopp, fuhren wir zu Europcar. Es dauerte gefühlte fünf Minuten und wir hatten ein neues Auto. Das ging wirklich schnell und unkompliziert. Ich glaub' wir mussten noch nicht mal was unterschreiben.

Der Nachmittag gehörte dann wieder dem Pool, in dem unser Sohn ausdauernd seine Runden schwamm und abends gut einschlief.