Die ganze Welt des Wetters in vier Wochen

oder: Wieder vieles falsch und doch richtig in Australien

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Auf dem Weg nach Canberra

Der Der Wilson Promontory Park an der die Südspitze Australiens war ein Tipp eines Bekannten. Wir mussten am Eingang Eintritt zahlen und fuhren durch Regenwaldvegetation über herrliche Serpentinen nach Tidal River. Dort befand sich ein Zeltplatz und ein Informationsbüro. Viel mehr eigentlich nicht. Da wir etwas wandern wollten - es gab dort einige Routen - fuhren wir ein Stück zurück und entschieden uns für den Lilly Pilly Gully Nature Walk. Der Weg war für 2-3 Stunden ausgepriesen und sehr gut ausgebaut und mit einigen Schleifen durch den Regenwald über idyllische Bäche und Wasserläufe versehen. Außerdem konnte man mit Geduld und Glück auch Tiere beobachten. Wir konnten uns relativ dicht an einen Kokaburra, einem australischen Schreihals, anschleichen.
Der Vogel ist gar nicht so klein, etwa so groß wie eine Möwe und eher zu hören als zu sehen. Trotz aller Schleifen und normalem Tempo waren wir nach 11/4 Stunden wieder zurück. Das ließ uns noch genug Zeit um an einen der traumhaften, meist einsamen Strände zu gehen. Wir waren am Picknick-Bay, welcher gleich neben der Whisky-Bay liegt. Da Ebbe war, hatten wir einen wirklich großen Strand und phantastische Wellen, die einem schon ohne Board weit trugen. Unser Picknick mussten wir zwar vor allzu aufdringlichen Möwen verteidigen, ansonsten hat es uns dort aber sehr gefallen.
Unser Tagesziel war Lake Entrance, wo wir in dieser Lagunenstadt ein wenig baden und die Abendsonne genießen wollten. Leider war die Sonne anderweitig beschäftigt und schon auf dem Weg prasselte ein Wolkenbruch auf uns hernieder, der sich gewaschen hatte und auch unser Auto. Da es bis zum Abend nicht aufhörte, fielen unsere Pläne wortwörtlich ins Wasser. Einen Trost hatten wir allerdings in der Top-Unterkunft. Das war mit 90 AUD zwar auch die teuerste der ganzen Fahrt, aber die war sie auch wert. Zum Motel gehörte auch ein sehr gutes Restaurant - sehr gute Fischgerichte -, so dass wir sogar trockenen Fußes zum und vom Abendessen kamen. Satt und müde machten wir es uns mit unserem Wein gemütlich und sahen dem Regen zu.


Ein damaliger Kollege von mir hatte einen Onkel, der vor 30 Jahren nach Australien ausgewandert war. Dieser wiederum wohnte an der Strecke nach Canberra, aber nicht am Highway, sondern an einer Straße, die teilweise ungeteert war und quer durchs Bergland und Regenwald führte. Nach kurzem Überlegen und Erkundigungen über die Straße beim örtlichen Tankwart in Orbost waren wir uns einig, in Orbost den Highway zu verlassen und über Delegate nach Bombala zu fahren, um dort wieder auf den Highway zu treffen. Aber auch ohne Bekanntenbesuch, ist es empfehlenswert, diese Strecke ruhig mal zu fahren. Es ging über einhundert Kilometer nur auf Serpentinen entlang durch einen herrlichen Regenwald, der uns immer wieder zu Landschaftsaufnahmen reizte. Da hier kaum Verkehr war (in der ersten Stunde begegnete uns kein Auto, insgesamt waren es sieben), hatten wir hin und wieder das Glück, Kängurus und andere Tiere zu begegnen. Nach ca. 3 Stunden grandioser Fahrt kamen wir beim Auswanderer an. Wir hatten zwar keine Adresse, aber die Kenntnis des Namens reicht wohl in jedem australischen Dorf aus. Da kennt jeder jeden. Es war fast die ganze Familie da und sie freuten sich tierisch über den Besuch. Wir wurden auf das herzlichste empfangen und es wurde sogar Bohnenkaffee gemacht (sonst wurde nur löslicher getrunken). Wir unterhielten uns sehr lange und ausführlich über alle möglichen Sachen und wir wurden zum Abschied mit allerlei nützlichen Dingen bedacht. Darunter waren neben einem Stadtplan von Canberra auch 6 Lammkoteletts, die von einem Tag vorher geschlachteten Tier stammten, frisch, frisch. Aus dem Kurzbesuch wurde so doch ein längerer Aufenthalt und ein weiterer Höhepunkt unserer Reise.
Auf dem weiteren Weg nach Canberra hielten wir Ausschau nach Grillplätzen. Die sind in Australien eigentlich alle paar Kilometer vorhanden und viele von ihnen haben auch einen Gasgrill mit Münzeinwurf (20 Cents). Aber nun wo wir einen brauchten, entdeckten wir nur Kohle- bzw. Holzgrills. Da wir aber beides nicht dabei hatten, fuhren wir weiter. In Canberra fanden wir eine Motelanlage, die uns in allen Belangen zufrieden stellte. Nicht nur die sehr großen und schönen Zimmer auch extra Grill- und Picknickplatz, kleiner Supermarkt und vieles andere waren dort vorhanden. Die Küche im Appartement war vom Feinsten und mit allem ausgestattet, so dass wir ohne Probleme unsere Steaks zubereiten konnten. Mit dieser Gewissheit fuhren wir aber zuerst in die (Haupt-) Stadt, um uns dort ein wenig umzuschauen.
Canberra ist noch nicht alt und auf dem Reißbrett entstanden. Das sahen wir der Stadt auch an. Sie war verkehrstechnisch ziemlich gut aufgebaut, große übersichtliche Kreisverkehre, breite Straßen, gute Ausschilderung machten das Fahren dort sehr einfach. Das Parlament war wie ein künstlicher Hügel mit Gras bewachsen, so dass wir den Parlamentariern ohne weiteres aufs Dach steigen konnten. Von dort konnten wir auch die drei Achsen, die Canberras Zentrum umschließen deutlich erkennen. Auf einem der (echten) Hügel hatte die australische Telefongesellschaft einen Fernsehturm errichtet, den wir bestiegen, um dort die Stadt noch mal von oben zu sehen. Ein sehr schöner Ausblick, der nicht zu verpassen ist. Wir machten noch einen Abstecher zum alten Parlament vor dem sich in einem bunt gesprayten Blechcontainer die Botschaft der Aborigines befand. Hier machten sie auf die Probleme der Ureinwohner aufmerksam.
Den Abend beschlossen wir dann in unserem Appartement mit Lammkoteletts, frischen Radieschen und australischem Rotwein.

Blue Mountains

Zum Frühstück gab es selbst gerührtes Ei. Da vom Supermarkt um die Ecke bis super Kücheneinrichtung alles vorhanden war, nutzen wir das auch...
Nachdem es den letzten Tag wettermäßig gut war, war an diesem Tag wieder bedeckter Himmel und Regen in Schauern angesagt. Wir fuhren erstmal in Richtung Sydney vorbei an dem Big Merino. Das ist ein Sovenirshop neben einer Tankstelle in Form eines riesigen Merinoschafes. Da wir einerseits tanken mussten und andererseits neugierig waren, fuhren wir in Goulburne vom Highway und schauten uns dieses recht witzige Häuschen an.
Unser Ziel waren eigentlich die Blue Mountains, wo wir uns wiederum die Three Sisters anschauen wollten. Die Reiseführer und auch Bekannte warnten uns aber bei Regenwetter dorthin zu fahren: "Da seht ihr nichts bei den Nebelschwaden!". Nun, wir wollten trotzdem mal vorbeischauen, es lag ja auch (fast) auf dem Weg. Wir fuhren also nach Katoomba. Dort orientierten wir uns erst mal im Ort, holten noch Geld von der Bank, aßen unsere Lunchpakete und da wir alles aufaßen, kam die Sonne raus! Wir folgten einem ausgeschilderten Wanderweg und hatten einen schönen Ausblick auf die Three Sisters, eine berühmte Gesteinsformation der Blue Mountains. Zwei Attraktionen wurden noch geboten: Scenic Railway und Scenic Skyway. Das erste war eine kleine Bahn, die 52 Grad steil den Berg herab fuhr zu einem weiteren Aussichtspunkt und einem Wanderweg zum nahe gelegenen Wasserfall. Auf dem Weg zu diesem Wasserfall prägten wir den Ausspruch "Schön hier in Japan", den wir später noch hin und wieder hervor kramten. Die deutliche Dominanz der Touristen aus den höher entwickelten asiatischen Ländern war nicht zu übersehen und zu überhören. Auf dem Weg zurück mit der Bahn war es schon sehr voll und das Gekreische bei der starken Steigung, die wir nun rückwärts bewältigten, machte dem allgegenwärtigen Vogelgeschrei erheblich Konkurrenz.
Bei der Scenic Skyway handelt es sich um eine Gondelbahn, die an einem Seil hängend über das Tal hin- und herfuhr. Sie diente nur dem besseren Blick, hat keinen weiteren Stopp. Da die Mädels unbedingt damit fahren wollten, fuhren sie. Ich lief derweil zu einem Aussichtspunkt, von wo ich die Gondel samt Inhalt fotografierte und Ute ihrerseits fotografierte wiederum mich auf dem Aussichtspunkt, raffiniert was?
Wir verließen die Blue Mountains und machten uns auf in Richtung Sydney. Das Wetter wurde immer besser und in Sydney angekommen, schien die Sonne und es wurden noch schön warm gegen Abend.
Trotz einiger geringer verkehrstechnischer Probleme (in dem Stadtplan waren leider keine Rechtsabbiegeverbote eingezeichnet), fanden wir unser Hotel recht gut. Immerhin wurde in Sydney fast überall gebaut, schließlich stand Olympia vor der Tür. Das Hotel war im Stadtbezirk Kings Cross, direkt an einer Art Vergnügungsmeile à la Reeperbahn in Hamburg. Da war bis spät in die Nacht noch reichlich was los. Wir bummelten die Straße noch etwas auf und ab, aßen in einem der zahlreichen Straßencafés und beendeten den Tag bei einem Glas Wein oder zwei.

Sydney

Für den Aufenthalt in Sydney hatten wir schon von Deutschland aus Sydney Pässe bestellt, da Ute sie billiger bekam. Damit konnten wir dann drei Tage mit so ziemlich allen öffentlichen Verkehrsmitteln (Busse, U-Bahn, Fähren,...) fahren. Auch der Sydney Explorer Bus war damit inbegriffen. Und mit dem wollten wir starten. Dazu stellten wir uns an eine solche extra gekennzeichnete Haltestelle, die sich genau vor unserem Hotel befand. Ein älteres Pärchen stieß dazu und erzählte uns, dass sie aus Hamburg waren und gerade von einer Südseekreuzfahrt kommen. Sie quatschten uns ganz schön voll... äh informierten uns umfangreich. Zwar wussten wir die meisten Sachen schon, aber wir wussten natürlich nicht, dass auch die Hamburger sie wussten. Nun wussten wir auch das.
Dann irgendwann kam endlich der Bus. Unsere Reservierungskarten für die Pässe wurden gleich vom Busfahrer in Pässe umgetauscht und er machte uns sehr freundlich auch noch mal klar, wie wir die Pässe nutzen können. Dann ging es los. Wir fuhren durch Sydney Downtown, durch den Harbour Tunnel nach Norden um gleich wieder über die Harbour Bridge zurück zu kommen. Der Fahrer fungierte als Reiseführer und erklärte uns alles mögliche.
In der Nähe vom Circular Quay stiegen wir aus dem Bus und gingen zur Fähre, die uns zum Taronga Zoo bringen sollte. Auf der Fahrt vorbei an der Oper mit Blick auf die Skyline wurden schon etliche Fotos geschossen, einfach zu einladend diese Motivfülle.
Am Zoo erwarteten uns Busse, die uns zum oberen Eingang fuhren. Normalerweise tut dies eine Seilbahn, aber die war gerade außer Betrieb. Der Zoo selbst gilt als einer der schönsten der Welt und das nicht zu Unrecht. Allein die Wahl der Lokalität - an einem Berghang -, so dass wir, als wir von oben den Zoorundgang begannen, fast nur bergab gingen und einen herrlichen Blick auf die Skyline von Sydney hatten, brachte die ersten fetten Pluspunkte. Des weiteren fanden im Zoo sehr interessante Vorführungen statt. Wir nahmen an einer Vogelschau teil. Die war nicht nur sehr informativ, sondern auch sehr unterhaltsam gestaltet, so dass auch der Spaß nicht zu kurz kam. Und im Hintergrund die herrliche Skyline von... aber das schrieb ich ja bereits. Unser 5-stündiger Aufenthalt kam uns gar nicht so lange vor, so dass wir uns ein bisschen sputen mussten, um nicht die Fähre zu verpassen. Unterwegs wurden wieder ein paar Opernbilder gemacht, wahrscheinlich werden die Hauptmotive auf unseren Reisebildern neben Koalas die Oper von Sydney sein.
Die Harbour Bridge ist wahrscheinlich das zweitbekannteste Bauwerk Sydneys und es bietet seit kurzem den Touristen einen besonderen Kick: Sydney Bridge Climb Tour, eine Wanderung über die Brücke in Schwindelerregender Höhe. Die Leute bekamen alle einen grauen Overall, wurden mit einem Headset versehen und in eine Laufleine eingeklinkt. Der ganze Spaß dauerte ca. 3 Stunden und kostete 80 AUD in der Woche und 120 AUD am Wochenende (Feb`99). Für diese Summe bekamen wir normalerweise eine Unterkunft für uns drei. Das war dann auch der Hauptgrund dafür, dass wir auch diesen teuren Spaziergang verzichteten. Wir spazierten lieber kostenlos nach Darling Harbour zum dortigen Aquarium um gleich beim Thema Tiere zu bleiben für diesen Tag.
Das Aquarium war sehr sehenswert. Neben den Tunnelröhren durch einige Becken, wo man die Fische um sich herum schwimmen sah, war besonders das neue Great Barrier Reef Aquarium eine etwas längere Betrachtung wert.
Nach dem ca. 2-stündigen Besuch schlenderten wir noch über Darling Harbour, ein mit Restaurants und Cafés bestücktes Viertel, sehr einladend. Hier fuhr auch die Monorail entlang, eine Art Mini-Transrapid. Zu unserem Bedauern stellten wir fest, dass hier der Sydney Pass an den Grenzen seiner Möglichkeiten angelangt war: Wir mussten bezahlen. Wir fanden es aber dennoch lohnenswert, eine Runde damit gefahren zu sein.
Noch ein kurzer Bummel durch die Innenstadt und dann mit der U-Bahn zurück zum Hotel. Nach kurzem Verschnaufen ging es dann ins Abendleben von Kings Cross. Da ist abends allerhand los auf der Straße. Nach einem Snack und ein paar Bier im Pub zogen wir noch durch ein paar Läden und schauten einer Predigerband zu. Dann war es auch schon 1 Uhr nachts als wir zurück ins Hotel gingen.
Eigentlich hatten wir uns vorgenommen auszuschlafen, aber gegen halb acht kitzelte uns die Sonne aus den Federn. In Paddington sollte ab 10 Uhr Markt sein und das reizte die Mädels. Wir liefen, da wir ja noch viel Zeit hatten, zu Fuß dorthin. Um 10 Uhr hatten wir dann den kompletten Markt abgelaufen, der schon aufgebaut war, ohne etwas kaufenswertes entdeckt zu haben. Die Mädels waren etwas enttäuscht, ich freute mich über die gewonnene Zeit.
Wir fuhren mit der Fähre nach Manly, das ähnlich wie Warnemünde in Rostock, eines von Sydneys Seebäder ist. Unterwegs - übrigens wieder toller Blick auf die Oper und... aber ich wiederhole mich - schlug das Wetter in einen Wolkenbruch um. Die Kids an Bord mit ihren Surfbrettern machten uns Mut, immerhin wissen sie was sie tun, wenn sie hier wohnen. So hofften wir. Da es bei Ankunft immer noch nicht besser aussah, gingen wir zuerst zu Oceanworld. Das hörte sich gewaltig an, war aber nur ein Aquarium, ähnlich Sydney Aquarium nur nicht ganz so groß, aber auch recht apart. Die Unterwassersektion konnten wir auf einer Art Laufband genießen und ließen uns ähnlich wie die Koffer auf dem Flughafen unter den Fischen umherfahren. Als wir Oceanworld verließen - schien die Sonne!
Auf dem Weg zum Strand kamen wir entlang einer Bummelmeile, dem Corso, an etlichen Läden, Restaurants, Cafés vorbei, die uns so richtig in Urlaubsstimmung versetzen. Am Strand schauten wir dann den Surfern zu und fragten uns, warum wir wieder keine Badesachen mit hatten. Das Wetter in Australien ist schon etwas gewöhnungsbedürftig. Aber dann war da noch ein Markt und die Mädels waren guter Dinge.
Zurück in Sydney gingen wir durch die Rocks, eine Art Kneipenmeile und Amüsierbezirk. Wir schlenderten hindurch zu einem der vier Pylonen der Harbour Bridge. Den kann man für erheblich weniger Geld besteigen, als man für die Bridge Climb Tour hinlegen müsste. Von oben hat man dann einen herrlichen Blick über Sydney. Das ist eine preiswerte und empfehlenswerte Alternative, wenn man nicht soviel Geld ausgeben will und/oder nicht schwindelfrei ist.
Zurück ging es dann noch mal durch die Rocks, die bei herrlichem Sonnenschein und allerlei Trubel zum Verweilen einluden. All zu viel Zeit ließen wir uns aber nicht, denn große Ereignisse warfen schon ihre Schatten voraus und wir wollten ja nichts verpassen. Schon die überfüllten U-Bahnen in Richtung unseres Viertels ließen Außergewöhnliches erahnen. Aber für einen Zwischenstop in unserem Hotel und einem kurzen Ausblick von der Aussichtsplattform des Gazebo Hotels war noch Zeit genug. Mittlerweile füllten sich die Straßen immer mehr mit bizarren Gestalten und wir als Normalbürger waren die Ausnahme. Je näher wir der Oxford Street kamen je extravaganter wurde es. Dann waren wir endlich da und nach kurzer Orientierung hatten wir jeder einen mehr oder weniger guten Platz an der Strecke auf der die Mardi Gras Parade stattfinden sollte. Wir hatten bei unserer Reise das Glück bei diesem herausragenden und australienweit bekannten Ereignis dabei zu sein.
Die Sydney Mardi Gras Parade ist eine Art Karnevalszug der Schwulen, Lesben, Transvestiten, Travestieten und Transsexuellen. Über zwei Stunden zogen bunt geschmückte Wagen mit lauter Musik und Menschen in den schillernsten Kostümen und Verkleidungen durch die Straßen und machten richtig Stimmung. Aus allen Landesteilen Australiens, Ozeaniens, Südostasiens und wer weiß woher noch kamen Gruppen und Einzelpersonen, die mit zum Teil sehr aufwendigen und phantastischen Kleidern auf ihre Probleme, Wünsche und Hoffnungen aufmerksam machten. Es war eine unbeschreibliche Atmosphäre, einerseits aufgeheizt und stimmungsgeladen, andererseits auch sehr entspannt und friedlich, fast wie zu den Make-Love-Not-War-Zeiten. Ich könnte hier noch seitenweise darüber berichten, aber es wird sicher nur für einen sehr kleinen Eindruck reichen, der dem wirklich erlebten in keiner Weise standhält. Eins kann ich mit Sicherheit festhalten: Wenn jemand die Gelegenheit hat an dem Mardi Gras Wochenende in Sydney zu sein, sollte er diese auf jeden Fall nutzen, auch wenn er oder sie sich als "Normalbürger" in Sydney in der Unterzahl zu befinden scheint. Aber etliche Läden bieten zu der Zeit auch verstärkt das entsprechende Outfit an.
Nach der Parade gingen wir in den Pub neben dem Hotel und werteten noch einmal das soeben erlebte aus. Unser Viertel war richtig in Stimmung und überall wimmelte es von Leuten, die noch lange nicht ins Bett wollten.
Das bei uns nach dieser Nacht nun doch Ausschlafen angesagt war wird wohl jeder nachvollziehen können. Wir frühstückten in aller Ruhe und packten unsere Sachen, da wir am Vormittag Sydney verlassen wollten. Gerade als wir komplett auf dem Flur standen und zum Fahrstuhl gehen wollten, begann die Feuerglocke zu läuten. Damit war der Fahrstuhl außer Betrieb gesetzt. Schönes Ding. Wir sind dann mit dem gesamten Gepäck die Treppe runter und unten wartete schon die Feuerwehr. Die Feuerwehrleute lächelten schon; es war Fehlalarm. Gut das wir diese Sache jetzt auch mal geprobt haben. Wir checkten dann aus und fuhren über die Harbour Bridge in Richtung Norden aus Sydney raus.