Die ganze Welt des Wetters in vier Wochen

oder: Wieder vieles falsch und doch richtig in Australien

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Auf dem Weg nach Brisbane

Unser erster Stopp war der "Australian Reptile Park". Es war Sonntag und jede Menge Familien bewaffnet mit Picknickkörben und umher springenden Kinder hatten das Areal schon großflächig abgesteckt. Wir kamen gerade rechtzeitig zu einer Reptilienvorführung, bei der Henry der Star war. Henry ist ein kleiner Alligator, der in den Armen seiner Pfleger lag und geduldig alle Erklärungen über sich und seine Artgenossen über sich ergehen ließ. Außer den Reptilien fanden wir im Park noch andere Tiere wie freche Emus, schnell laufende (!) Wombats, Schnabeltiere, Ameisenigel und einen schönen Teich voll Handtaschen, äh Krokodile. Im parkeigenen Hard Croc Café stärkten wir uns mit Hot Dogs. Alles in allem war dies ein lohnender Abstecher.
Wir beschlossen noch bis Port Macquarie zu fahren mit einer Kaffeepause im idyllischen Swansea. Angekommen in Port Macquarie machten wir erst mal eine Runde durch den Ort und suchten uns ein sehr schön gelegenes Motel aus, das auch preislich gut war. Wir bekamen ein Zimmer mit Meeresblick und schlenderten nach dem Einräumen an der Hafeneinfahrt entlang. Diese war mit zahlreichen Feldsteinen versehen, die wiederum von etlichen Touristen - gleich in der Nähe war ein sehr schöner Campingplatz - mit Graffiti besprüht worden waren und so zu einer bunten Mauer mit allerlei Sprüchen und Bildern mutiert war.
Im Ortskern fanden wir eine nette Kneipe: Hog's Breath Café. Diese Restaurantkette kreuzte noch oft unseren Weg und kredenzte uns sehr gute und preiswerte Grill- und Salatgerichte. Den Abend beschlossen wir dann bei einer Zusammenfassung der Mardi Gras Parade im Fernsehen.
Leider konnten wir den Vorteil des Motels - Strandnähe - nicht nutzen. Es regnete wie aus Eimern und das morgendliche Bad im Meer, mit dem wir spekuliert hatten, musste leider ausfallen. Wir fuhren in Richtung Norden weiter, das Wetter blieb regnerisch. Es war zwar eine ganz schöne Strecke bis Brisbane, aber bei dem Regen blieben uns unterwegs leider nicht viele Alternativen und so beschlossen wir, nach Queensland durchzufahren. Unser Reiseführer empfahl noch eine Wurmfarm auf der Strecke, die wir aber nach kurzer Begutachtung von außen wieder verließen, ohne sie zu besuchen. Die Farm hatte sicher schon bessere Tage gesehen.
Unser nächster Stopp war Coffs Harbour. Bei moderaten Regen schauten wir am Strand einer Surfschule zu und wateten durch das warme Wasser. Nach einem Kaffee und einem Spaziergang fuhren wir an der Big Banana vorbei weiter in Richtung Norden. Unser nächster Halt war an einem der zahlreichen Obstverkäufer am Rande der Straße. Es war gerade Erntezeit und überall wurden frische Ananas, Pfirsiche, Weintrauben, Bananen, usw. angeboten. Da lohnte sich eine Pause zur Vitaminauffrischung.
Danach kamen wir in eine wahre Sintflut. Die Straße konnten wir manchmal nur erahnen und erinnerten oft an ein Flussbett. Die Scheibenwischer waren minutenlang auf höchster Stufe und wir fuhren meist nur in unteren Gängen im Schleichtempo. Immerhin war es ein Erlebnis.
Langsam näherten wir uns Queensland, dem Sunshine State und tatsächlich: an der Grenze kam die Sonne raus. Leider nur kurz. In Brisbane fanden wir recht problemlos unsere avisierte Unterkunft, die wir einem Reiseführer entlockten. Das Motel bot alles, was man braucht, war nett angelegt, mit Pool, nur kein Sonnenschein. Der sehr sympathische Verwalter gab uns noch einen guten Tipp zur Fortbewegung in Brisbane: den Fluss. Unsere Erfahrungen aus anderen australischen Großstädten war, dass es kaum freie und kostenlose Parkplätze im Zentrum gibt. Außerdem konnten wir bei Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln auch in Ruhe Wein oder Bier trinken ohne zu rechnen, ob wir noch fahrtüchtig waren. Und in Brisbane fuhren Katamarane über den Fluss, der sich durch die Stadt schlängelt. Das geht recht fix. Die Boote fahren schätzungsweise 60 km/h, jedenfalls schneller als die Autos parallel auf der Straße. Unterwegs kreuzten hunderte Flughunde den Fluss und segelten lautlos über uns hinweg. Das war fast etwas gespenstisch, aber auch interessant anzuschauen.
Die Innenstadt von Brisbane war schnell durchlaufen, sicher auch auf Grund der Tatsache, dass dort gerade recht lautstarke und staubige Straßenarbeiten vollzogen wurden. Wir liefen über eine Brücke zum anderen Flussufer, wo wir in einem Restaurant mit Blick auf die Skyline von Brisbane zu Abend aßen. Der Regen, der uns die ganze Zeit mit Unterbrechungen begleitete, störte uns schon gar nicht mehr. Er war erstens nicht stark und zweitens schien es, als hätten wir uns an den warmen Regen so gewöhnt, dass er uns schon nicht mehr auffiel.
Am nächsten Morgen sahen wir in den Nachrichten, was wir überlebt hatten. Eine sehr schlimme Flut mit Opfern war gestern über unser Gebiet hereingebrochen. Die Fernsehbilder zeigten weggespülte Häuser und Autos. Gut dass wir diesmal nicht vom Highway abgebogen waren.
Wir verließen Brisbane. Es regnete, dann nieselte es, dann regnete es, dann nieselte es, dann regnete es, dann nieselte es, dann regnete es,...
Bei der Ankunft auf der Big Pineapple Farm nieselte es. Das war eine Ananasfarm, die zu einer Touristenattraktion mutiert worden war. Es wurden dort immer noch die wohlschmeckenden Früchte angebaut, aber eine weitere, nicht minder einträgliche Einnahmequelle war das Herumfahren von Touristen geworden. Erkennungszeichen der Farm war eine haushohe Ananas, die man auch besteigen konnte. Als erstes fuhren wir bei Sonnenschein mit einer kleinen Bahn durch die Felder und ließen uns exklusiv - wir waren recht früh und die einzigen - erklären wie diverse Früchte angebaut und geerntet werden. Eine sehr interessante Sache, wie wir fanden. Immerhin kannten wir viele exotische Früchte aus dem Obstregal des Supermarktes, aber wir hatten die meisten noch nie an einem Baum, Strauch oder auf der Erde wachsen sehen. Auf einer weiteren Fahrt, diesmal in einem Nussmobil, erfuhren wir alles über die Macadamia Nuss. Mittlerweile regnete es so stark, dass wir nicht mal mehr vom Nussmobil zur Nussfabrik gehen konnten, ohne völlig zu durchnässen. Also setzte uns unser Fahrer im Trockenen ab und wir schauten uns erst mal die "Farm of Tomorrow" an. Die hatte zum einen den Vorteil überdacht zu sein zum anderen war die Fahrt mit einem kleinen Boot durch die sehr gut installierte Vision einer zukünftigen Landwirtschaft sehr interessant. Als wir die Schau verließen, schien die Sonne und es war so heiß geworden, dass wir nur von Schatten zu Schatten springend zur Nussfabrik gelangten. Das Wetter hatte immer wieder Überraschungen für uns bereit. Auf der Farm befand sich noch eine Gaststätte mit Souvenirladen und Obstverkauf. Beim Letzteren kauften wir eine frische große Ananas für nur 1 AUD. Nach einem kleinen Snack fuhren wir weiter nach Noosa Heads, da wir bei dem schönen Wetter an den Strand wollten. Aber das schöne Wetter löste sich schnell mit einem gewaltigen Gewitterguss ab und als wir in Noosa Heads waren, bummelten wir bei moderaten Regen über die Promenade. Die Temperaturen und auch der mittlerweile abklingende Regen würden schon zu einem Sprung ins Meer einladen, aber das Meer selbst nicht. Durch die Fluten, die sich aus den Flüssen ins Meer ergossen, war dieses unappetitlich braun gefärbt und schien keinen Badespaß zu versprechen. Kaum dass wir Noosa Heads verließen, kam wieder die Sonne raus und auf einem Picknickplatz war es schon wieder so heiß, dass wir unsere Brote nur im Schatten verzehren konnten. Hier sahen wir auch zu ersten Mal die Ausmaße, die die Flut der letzten Tage angerichtet hatte. Neben dem Picknickplatz befand sich ein Sportplatz, der zur Hälfte unter Wasser stand. Von den Trainerkabinen schauten nur noch die Dächer heraus.

Fraser Island

Am späten Nachmittag erreichten wir Hervey Bay, unser nächstes Ziel. Von dort wollten wir auf Fraser Island. Da wir mit unserem Auto nicht auf diese weltgrößte Sandinsel durften - nur Allradfahrzeuge sind erlaubt - buchten wir eine Bustour in der Touristinformation. Dort reservierten wir auch gleich ein Motel, welches sich als Glücksgriff herausstellte, so dass wir gleich noch eine Nacht ranhängten. Da das Motel gleich dicht am Wasser lag, schnappten wir uns unsere Badesachen und stürzten ins Wasser. Es war gerade Ebbe und nach ca. 100-150 Metern waren wir etwa bis zum Bauch im Wasser. Das reichte uns dann auch, wir wollten ja keine Wanderung unternehmen, sondern uns erfrischen.
Der abendliche Restauranttip kam diesmal, wie so oft, von der Motelverwalterin. In der Nähe war ein RSL-Club - was immer das auch bedeutet - und dort war an dem Abend - und nur an dem Abend - ein Angebot gültig für 10 AUD zu essen und zu trinken. Da wir bei ihr keinerlei Hintergedanken erkennen konnten, gingen wir zu dem Club. Zuerst einmal waren wir underdressed. Ich musste mein T-Shirt gegen ein hauseigenes Polohemd eintauschen und die Mädels kamen mit einem "Auge-zu-drücken" gerade so rein. Die Leute am Empfang waren dabei aber sehr freundlich. Dann bekamen wir jeder für 10 AUD ein paar Gutscheine: einen für eine Vorspeise, einen fürs Essen, einen für den Nachtisch, einen für ein Getränk und 2 für Spielchips. Wir waren in einer Art Spielhölle gelandet. Neben dem Restaurant befanden sich etliche Spielautomaten und Bildschirme für eine Art Bingo. Wir aßen erst mal und verspielten unsere Gutscheine und dabei blieb es auch. Die Lockscheine wirkten bei uns nicht, wir hatten keine Lust auf Zocken.
Fraser Island ist die größte Sandinsel und gehört zum UNESCO Welterbe. Sie war auch in allen unseren Reiseführern erwähnt und auch Bekannte empfahlen uns, auf die Insel zu fahren. Nur stand nirgendwo bzw. sagte keiner, dass wir nie eine organisierte Bustour machen sollten. Wer schon 4000 km Individualreise hinter sich hat, sollte dies tunlichst vermeiden. Erst recht, wenn die Gesamtkosten der Bustour für 3 Personen genau so teuer sind, wie das Mieten eines Jeeps für einen Tag. Aber eines nach dem anderen. Da standen wir nun morgens um 8 Uhr und warteten auf den Bus. Der kam auch pünktlich. Wir waren die zweite Station auf seiner Einsammeltour, aber er war schon gut gefüllt. Und zwar mit einer Gruppe lautstarker, portugiesisch sprechender, sehr mitteilungsbedürftiger Leute so um die 60. Der Bus hielt noch etliche Male und war dann bis auf den letzten Platz voll. Dann fuhren wir zum Fähranleger. Dort mussten wir aus dem Bus raus und auf die Fähre rauf. Mittlerweile war schon fast eine Stunde verstrichen. Wir setzten zur Insel über. Dort warteten drei Allradbusse auf uns. Einer war exklusiv für die Portugiesen, Gott sei Dank. Wir fuhren als erstes zur Central Station. Unterwegs wurden wir von dem Busfahrer, Bob, mittels einer sehr überholungsbedürftigen Lautsprecheranlage malträtiert. Nach einem beeindruckenden Regenwaldrundgang fuhren wir zu einem Restaurant, wo es Mittag gab. Das Essen war sehr gut und reichlich. Nach einer Mittagspause ging es an den Strand, der sich als Highway herausstellte. Dort war reger Verkehr, etliche Busse, Jeeps und Kleinflugzeuge bestimmten die Szenerie. Der Strand war sehr beeindruckend, scheinbar endlos, feiner weißer Sand nur beim "zum Wasser gehen" musste wir nach rechts und links schauen, damit wir nicht überfahren wurden. Wir fuhren bis zu den Pinnacles, einer Sandformation, die wir immerhin zehn Minuten bestaunen durften. Weitere zehn Minuten wurden uns bei dem Wrack der Mahony eingeräumt. Das ist ein Haufen Schrott, der dem Militär als Zielscheibe diente. Beim Eli Creek konnten wir dann eine halbe Stunde mit vielen Leuten im Wasser rumwaten um gemeinsam die Schönheit der Insel zu genießen. Die längste Zeit wurde uns an einem der Seen, die sich auf der Insel befanden, eingeräumt: ganze 45 Minuten. Uns kamen sie wie fünf Minuten vor und den Leuten, die vor unser Invasion dort vereinzelt lagen, wahrscheinlich wie Stunden. Dann mussten wir auch schon wieder zurück und Bob gab alles, damit wir nicht unterwegs einschlafen, sowohl akustisch als auch fahrerisch. Eigentlich war es ein perfekter Tag für die Insel: trocken und warm, die Sonne ließ sich sehen, das Wasser war warm, der See ein Traum. Aber dieser Invasionstourismus mit Zeitplan und "Leuteabzählen" schmälerten die Erinnerungen an diese wunderschöne Insel. Wenn wir irgendwann noch mal dorthin fahren sollten, dann nur individuell und wahrscheinlich mit einer Übernachtung.

In den Tropen

Der nächste Tag bot uns zunächst richtiges Fahrwetter: warm aber bedeckt. So fuhren wir über Tenant Sands und Gladstone nach Rockhampton. Dort kam dann die Sonne raus. Wir überquerten den Wendekreis des Steinbocks und befanden uns somit in den geographischen Tropen. Rockhampton ist ein Rinderzuchtzentrum. Das erkannten wir nicht nur an den großen Kuhweiden in der Umgebung und an den Viehtransportern auf der Straße sondern auch daran, dass berühmte Zuchtbullen überall in der Stadt Denkmäler bekommen hatten. In der Nähe befand sich die Capricorn Cost. Dort wollten wir nach Quartier Ausschau halten. Auf dem Weg dorthin lief uns ein Dingo über die Straße. Ein weiterer in unserer Sammlung wilder australischer Tiere. In Emu Park schauten wir uns zuerst um. Aber außer einem kleinen Rundgang unternahmen wir nichts weiter. Unser nächster Stop war Kinka Beach. Dort liefen uns gleich erst mal frei lebende Emus über den Weg. Wieder was für die Sammlung. Die Sunlover Lodge machte einen sehr guten Eindruck. Sie war umrahmt von Kokospalmen, lag dicht am Meer, hatte einen großen Pool und das 3-Zimmer Appartement war riesig. Und das alles für nur 60 AUD. Zudem waren von den 4 Appartements nur 2 belegt. Unsere Nachbarn, eine Familie mit Kleinkind, waren sehr nett. Wir sprangen erst mal in den Pool. Der Ort - wenn man die Ansammlung von Häusern schon Ort nenne kann - hat nur eine kleine Snack Bar. Dort bekamen wir aber sehr gute Steaks und Seafood. Zum Abend gönnten wir uns noch am Bottle Shop von Emu Park eine Flasche Bundaberg Rum, immerhin befanden wir uns hier mitten im Zuckerrohranbaugebiet und unweit vom Ort Bundaberg. Die Verkäuferin spendierte noch eine große Tüte Eiswürfel, da warm der beste Rum nicht schmeckt.
Kurz nach 6 Uhr morgens wurden wir vom Nachbarskind geweckt. Es hatte sich auf unsere Terrasse verlaufen und dachte es sei bei seinen Eltern. Wir standen dann auch gleich auf und begannen den Tag mit einem Sprung in den Pool, sehr erfrischend. Dann ging es zunächst zurück nach Rockhampton. Von dort über Marlborough in Richtung Mackay.
Laut Reiseführer hatten wir eine abwechslungsarme und teilweise langweilige Strecke vor uns, eine Straße auf der man "Kilometer machen kann". Nun ist der Eindruck subjektiv. Wir hatten einerseits die Abwechslung in Form von fast minutiösen Wetterumschwüngen. Auf wolkenbruchartigen Regen folgte Sonne, als wäre nie Wasser vom Himmel gefallen und kurze Zeit später fuhren wir wieder in eine Regenwand, die so abrupt war, dass, hätten wir angehalten, die Motorhaube im Trommelfeuer des herunterprasselnden Regens läge und der Kofferraum trocken im Sonnenschein. Diese Wechsel erfolgten fast alle 10 Minuten. Wir hatten so was vorher noch nicht erlebt. Nun war diese Abwechslung sicher nicht vorauszusehen, aber auch die Landschaft war nicht uninteressant. Eine größere Gruppe Känguruhs konnten wir unterwegs ebenfalls ausmachen.
Kurz hinter Mackay bogen wir in Richtung Seaforth ab. Dort angekommen machten wir am Strand erst mal ein Picknick und sammelten einige der dort in Massen herumliegenden Kokosnüsse ein. Dann fuhren wir zum Hillsborough National Park. Dort trafen wir als erstes auf eine Gruppe Kängurus, auch Muttis mit Joeys im Beutel. Sogar bis an den Strand kamen die Tiere und ließen sich problemlos ablichten. Wir mussten sogar aufpassen, dass wir nicht von einigen überrannt wurden. Der Strand mit den Felsen im Wasser war sehr sehenswert. Leider kam die Sonne nicht raus, um diese Küste in spektakuläre Fotos packen zu können. Dafür war es so warm, dass sogar ein australisches Ehepaar, welches wir dort trafen, über die fast unerträgliche Schwüle klagte. Der Park ist ein echter Geheimtipp, entlegen und ruhig, mit allerlei Tieren und schönem Strand.
Unser Tagesziel war Airlie Beach, der Ausgangspunkt für Fahrten zu den Whitsunday Islands. Via Proserpine kamen wir am Nachmittag dort an. Wir stoppten an der erstbesten Touristinformation und informierten uns über die Angebote zum Schnorcheln. Wir buchten eine Tour, die nicht viel Leute mitnahm. Wir waren die ersten, die sich dort anmeldeten. Deshalb war unsere Buchung auch mit Vorbehalt, da das Angebot eine Mindestteilnehmerzahl von 6 Leuten hatte. Gleichzeitig empfahl und buchte uns der Touristinformator eine Unterkunft, die sich als wirklich prächtig herausstellte. Sie befand sich auf einem Hügel, von dem wir einen herrlichen Blick über die Bucht und den Hafen von Airlie Beach hatten. Wir sprangen gleich erst mal in den Pool und konnten sogar von dort den Ausblick genießen. Es war wirklich sehr idyllisch, nicht nur die Lage und die Umgebung, auch die etlichen Kakadus, die in den Bäumen saßen und sogar das Wetter zeigte sich von seiner schönsten Seite. Wir genossen unsere Rum-Colas und das Fahrerbier auf der Terrasse und ließen die Seele baumeln.
Gegen Abend gingen wir runter in den Ort und da wartete leider schon die erste schlechte Nachricht auf uns. Unser Schnorcheltrip wurde auf Grund der wenigen Teilnehmer - nur wir drei - gestrichen. Uns wurde umgehend ein anderer angeboten, den wir dann auch buchten. Diesmal sind aber 21 Mann an Bord. Ein flaues Gefühl blieb im Magen zurück - der Fraser-Faktor. Zum ÜberFluss trafen wir auch noch etliche Leute, die wir noch von Fraser her kannten. Wir gingen in unser bekanntes Hog's Breath Cafe essen. Den Abschluss des Abend bildete ein beschwerlicher Wiederaufstieg auf unseren Hügel und anschließendes Relaxen auf unserer Terrasse.
Gegen 6 Uhr wurden wir von einem gewaltigen Regenschauer geweckt. Das fing ja gut an. Danach wurde es aber besser.
Der Transferbus kam überpünktlich und fuhr uns zum Hafen. Auch der Skipper wartete schon und nach ein paar kurzen Instruktionen ging es auch schon los. Mit an Bord waren zwei Deutsche, die wir von Fraser kannten. Man sieht sich in Australien...
Der erste Stopp war vor White Heaven Beach. Ein Traumstrand, wie man ihn sich vorstellt. Etwa 8 Kilometer lang, feiner weißer Sand, nur mit dem Boot zu erreichen. Wir schlüpften in sexy Swim Suits, da Quallensaison war und schwammen vom Boot aus rüber zum Strand. Im Wasser tummelten sich auch Seeschildkröten, die aber zu schnell waren, um hinterher zu schwimmen. An den Strand schloss sich gleich ein Naturpark an, wo uns einige große Warane über den Weg liefen.
Lunch gab es an Bord, ein sehr gutes Buffet. Danach fuhren wir weiter nordwärts zu einer kleinen Bucht, wo wir wiederum unsere Schwimmanzüge anzogen und diesmal zusätzlich mit Schnorchel, Brille und Flossen ins Wasser sprangen. Wobei das nicht so einfach war, da wir die angefütterten Fische, die sich um den Einstieg tummelten, erst einmal beiseite schieben mussten. Dabei waren auch ein paar ganz schön große. Der größte war etwa 1,20 Meter lang und dabei noch ein Baby. Ausgewachsen wird er über 3 Meter, wie uns der Skipper versicherte. Für uns war das schon ein ziemlich großer Fisch. Aber außer den aufdringlichen Fischen gab es noch mehr zu sehen. In der Bucht gab es etliche Korallen zwischen denen bunte Fische schwammen. Nach über einer Stunde hatte Anke alle 27 Bilder ihrer Underwater Quick Snap verknipst und wir stiegen wieder zurück ins Boot. Voller Unterwassererlebnisse fuhren wir nach Airlie Beach zurück. In unserer Unterkunft angekommen, sprangen die Mädels unter die Dusche und ich in den Pool. Gegen Abend gingen wir abermals zur Touristinfo und buchten für den nächsten Tag einen Ausritt. Den Tag beendeten wir in einem empfehlenswerten Irish Pub, den wir eigentlich nur für einen Appetit anregenden Drink besuchten. Wir blieben aber den ganzen Abend, da es dort sowohl Essen gab, als auch Live Musik und jede Menge guter Stimmung inklusive. Es war ein tolles Gefühl nachts einen Irish Pub zu verlassen und von einer dreißig Grad warmen Nacht empfangen zu werden.
Der nächste Tag begann mit einem Foto. An einer Tankstelle stand ein Schild "Rent a Ute". Das ließ sich Ute natürlich nicht nehmen, davor für ein Bild zu posieren. Sicherlich vermietete die Tankstelle keine gleichnamigen Damen sondern Pickups. Da die Australier alles mögliche abkürzen, wurde wahrscheinlich aus Utility Car eben Ute. Eine andere Erklärung dafür fiel uns bis heute jedenfalls nicht ein.
Dann kam auch schon unser Kleinbus und wir fuhren auf eine entlegene Farm. Dort gab es Kaffee/Tee und Kuchen, den wir aber größtenteils an die herumstehenden Pferde verfütterten. Nach ein paar Instruktionen stiegen wir auf die Pferde und los ging es. Das Hauptproblem mit den Tierchen war, sie vom Grasfressen abzuhalten. Die größten Probleme damit hatte unsere erfahrenste Reiterin - Anke. Ihr Gaul schien von einer Diät zu kommen, soviel fraß er. Wir ritten zu einem Wasserfall und - nach einer kleinen Pause - über Zuckerrohrfelder, durch Wasserläufe und durch Regenwald. Nach 21/2 Stunden waren wir wieder zurück. Trotz der etwas unbequemen Helme, die wir zur Sicherheit tragen mussten, empfanden wir alle drei den Ausritt als empfehlenswerte Ergänzung unseres Urlaubs. Es ist auch für ungeübte Reiter ein tolles Erlebnis, welches lange im Gedächtnis bleibt.
Zurück in Airlie Beach gingen wir in unser mittlerweile zum Stammlokal mutierten Hog's Breath Cafe essen. Danach machten wir uns in Richtung Townsville auf. Die Straße dorthin wird selten von Ortschaften unterbrochen, dafür ist die Gegend mit reichlich sehenswerter Landschaft bestückt. In Townsville drehten wir erst mal eine Orientierungsehrenrunde, bevor wir uns für ein Motel entschieden. Dann fuhren wir noch den Hausberg hoch, auf dem es von unwahrscheinlich vielen Jogger, die sich die Straße hoch quälten und runter liefen, nur so wimmelte. Oben angekommen genossen wir den Blick über die Stadt, das Umland und das Meer. Dann versuchten wir unsere erste Kokosnuss zu knacken, was sich als recht schwierig gestaltete. Der Inhalt der Nuss bestimmte dann auch den Großteil unseres Abendessens.
Der Paluma Nationalpark war unser erstes Etappenziel des nächsten Tages. Wir waren früh unterwegs und somit so ziemlich die einzigen, die sich auf einer etwa 20 km langen Serpentinen durch den Regenwald bewegten. Oben angekommen gingen wir zu Fuß weiter in den Regenwald zu einem Aussichtspunkt, der komplett in einer Wolke lag, so dass wir außer Nebelschwaden gar nichts sahen. Aber nach wenigen Sekunden verzog sich die Wolke und wir hatten freien Blick über den Regenwald bis auf den Pazifik. Am zweite Aussichtspunkt das gleiche Spiel: Erst Waschküche, Sekunden später herrliche Sicht. Wir vermuteten schon versteckte Lichtschranken oder Bewegungsmelder...
Auf dem Weg zurück zwangen uns die zahlreichen Wasserfälle und -fällchen zu etlichen Fotostopps. In Cardwell kauften wir bei strahlendem Sonnenschein und Höchsttemperaturen Obst und kurz danach in Tully - der regenreichste Ort Australiens - regnete es. Die ganze weitere Fahrt war bestimmt von abrupten Schauern und plötzlichem Sonnenschein.
Mission Beach war unser nächster Halt. Sowohl der Strand als auch der Ort war recht leer. Aber wir trafen mal wieder auf unsere bekannten Deutschen, die hier Quartier hatten und sich gerade von einer Regenwaldwanderung und diversen Mückenstichen erholten. Nach einer kleinen Stärkung fuhren wir weiter. Kurz nach Mission Beach lief uns gleich hinter einem Kasuar-Schild ein solches Federvieh über die Straße. Unsere Sammlung füllte sich langsam.
Wir fuhren an Cairns vorbei um unsere Quartiersuche an den nördlichen Stränden zu beginnen. In den ersten beiden Orten schien nicht gerade die Party erfunden worden zu sein. Palm Cove war unsere letzte Hoffnung. Ein Touristinformant empfahl uns Hotels und eine Great Barrier Cruise. Er schien aber unsere finanziellen Möglichkeiten zu überschätzen. Wir fanden dann Quartier in der Coconut Lodge, konnten den Preis noch etwas runter handeln, da wir unsere letzten 4 Nächte hier verbringen wollten. Leider war auch das Quartier in jeder Hinsicht billig. Immerhin ist der Strand gleich vor der Tür und wir sprangen gleich in den großen Salzwasserwellenpool. Wir buchten eine Tour zum Riff und gingen Pizza essen.

Great Barrier Reef

Am Morgen der erste Schock: kein Kaffee und schon gar keine Milch. Ich versuchte beides zu besorgen und löste dabei die Alarmanlage aus. Nun waren alle wach. Immerhin bekamen wir nun Kaffee und Milch. Kurze Zeit später warteten wir vor dem Hotel auf unseren Transferbus. Er war überfällig. Beiläufig erwähnte der Hotelmanager, dass der Bus über eine halbe Stunde später kommt. Der Tag fing an Spaß zu machen. Dann kam der Bus und wir wurden nach Cairns zum Hafen gefahren. Das Boot - die Seahorse - machte einen ganz passablen Eindruck. Die Crew rundete das noch ab. Wir waren 19 Gäste an Bord plus etwa 7-8 Mann/Frau Besatzung. Der krönende Höhepunkt war allerdings der Skipper Jon. Die 2 Stunden, die wir bis zu Riff brauchten, verstand er sehr informativ und unterhaltsam zu gestalten, so dass die Zeit im Flug verging. Auch sonst war er für jeden Spaß zu haben. Am Riff angekommen gingen wir alle von Bord und begannen mit den ersten Schnorchelausflügen. Nach einiger Zeit sammelte Jon uns drei mit seinem Schlauchboot ein und fuhr mit uns gegen die Strömung an den Rand des Riffs, gab uns noch ein paar Tipps, tauschte auch noch mal das Equipment gegen besseres und entließ uns ins Wasser. Wir konnten nun ganz entspannt mit der Strömung zurück zum Boot schnorcheln und entdeckten eine noch viel farbenfrohere und bezaubernde Unterwasserwelt an der Riffkante. Zurück an Bord gab es ein fabelhaftes Lunch Buffet. Danach stiegen wir abermals ins Schlauchboot und wurden von Jon auf Upulo Cay gefahren. Das ist eine Insel, besser gesagt ein Haufen Sand (ca. 500m²) mitten im Ozean. Dort tummelten sich schon ein paar Leute von anderen Booten und jetzt vergrößerte sich die Einwohnerzahl zusehends. Da die Insel mitten im Riff liegt, konnten wir von ihr aus diverse Schnorchelausflüge unternehmen oder einfach im Sand liegen und entspannen und verdauen. Von der Insel aus schnochelten wir dann wieder zurück zum Boot. Jon hatte sich wieder so platziert, dass wir mit der Strömung schwimmen konnten. Wir waren etwa 4-5 Sunden im Wasser, hatten einen weiteren Unterwasserfilm verknipst, verbrannte Hinterteile und waren voll gestopft mit Unterwassererlebnissen. Auf der Fahrt zurück wurden die Segel gesetzt, Wein und Cracker gereicht und aus den Lautsprechern klang :"This is the Age of Aquarius". Jon sah mit seiner Strickmütze sowieso schon sehr nach Woodstock aus. Dazu kam noch ein grandioser Sonnenuntergang... Also wer das ohne Fernweh liest, dem ist auch nicht mehr zu helfen.
Wir kamen mit über einer Stunde Verspätung wieder zurück, unser Bus wartete schon und brachte uns wieder zu unserem Hotel. Der Fahrer kannte Jon gut. Es war nicht das erste Mal, dass er sich etwas Zeit ließ, um Tag zu genießen.
Für uns war es ein phantastischer Tag und mit Sicherheit einer der Höhepunkte unserer Reise. Diese unbeschreibliche Unterwasserwelt, die Leute, das Boot - es stimmte einfach alles. Der Abend ging zu Neige bei Känguruh Burgern und Krokodilfleisch und natürlich mit Bundaberg Cola. Aber noch ein paar Worte zu den Alternativen. Es gab zahlreiche Anbieter solcher Fahrten ins Riff. Wir hatten darauf Wert gelegt, dass nicht so viele Leute an Bord sind und wir auch in Kontakt mit der Crew kommen. Natürlich wollten wir das Riff hautnah erleben und an empfehlenswerten Stellen schnorcheln. Dafür war die Seahorse bestens geeignet. Sicher gab es auch andere kleine Schiffe, die ähnlich gut waren. Aber dann gab es auch noch größere Anbieter wie Quicksilver. Dabei handelte es sich um riesige Katamarane, die bis zu 300 Personen aufnahmen, in einem Affenzahn zum Riff rasten und dort an einem Großen Ponton festmachten. In Glasröhren, die ins Riff gebaut wurden ist es wohl möglich, die Unterwasserwelt ohne nass zu werden anschauen. Es gibt wohl auch die Möglichkeit zu schnorcheln und zu tauchen. Das ist sicher eine sichere Sache, sauber, vielleicht aber zu steril. Nun können wir keine Vergleiche anstellen, da wir ja nicht mit einem dieser Anbieter mitgefahren sind, aber beim naturverbundenen Captain Jon war das "Quicksilver Monster" und alle anderen Großunternehmen nicht gerade beliebt. Hinzu kam, dass Australien wenig davon hat. Meist handelte es sich um große japanische Firmen, die japanische Touristen, die in Hotels japanischer Besitzer wohnten, das Geld aus der Tasche zogen und mit zurück nach Japan nahmen. Daher rührt wohl auch die Aussage was im 2. Weltkrieg nicht geschafft wurde, wurde heute erreicht: die Besetzung Australiens durch Japan.

Regen

Am nächsten Morgen quälten wir uns mit Sonnenbrand an ungünstigen Stellen aus dem Bett. Die meiste Zeit hatten wir nur auf dem Bauch gelegen. Es sollte nach Kuranda gehen. Wir fuhren zur Seilbahnstation, um uns über Möglichkeiten und Preise zu informieren. Kuranda ist ein Nachbarort von Cairns, der auf dreierlei Weise zu erreichen war: per Straße, Bahn und Seilbahn. Letztere ist über 7 Kilometer lang und führte direkt über den Regenwald. Wir entschlossen uns, mit der Seilbahn hin- und mit der Bahn zurück zu fahren. Clevererweise liegen Seilbahn- und Bahnhaltepunkt nicht beieinander, so dass wir noch einen Bustransfer zwischen beiden Stationen brauchten. Um Geld zu sparen kauften wir nur ein Busticket für mich, so dass ich dann die Mädels mit dem Auto in Cairns abholen sollte.
Die Seilbahn fuhr nicht nonstop nach Kuranda durch. Es gab zwei Stationen unterwegs. Am erste Stopp erwartete uns eine geführte Regenwaldwanderung. Nachdem uns der Führer allerhand Interessantes auf englisch erklärte, fragte er: "Seit Ihr nicht alle Deutsche?". Wir schauten uns an und tatsächlich: unsere kleine Gruppe von etwa 8-10 Leuten bestand nur aus Deutschen. Er war entweder ein deutscher Australier oder ein australischer Deutscher. Wir glaubten einen süddeutschen Akzent zu erkennen. Die Erklärungen und Tips waren jedenfalls in beiden Sprachen sehr interessant und informativ. Der zweite Stop war in der Nähe eines Wasserfalls, den wir schon vorher von der Gondel aus sahen. Außerdem befand sich dort noch eine Regenwaldausstellung, in der wir unter anderem endlich mal die zahlreichen Geräusche den dazugehörigen Tieren zuordnen konnten.
Angekommen in Kuranda gönnten wir uns erst mal ein zweites Frühstück mit Pancakes und Kaffee. Dabei sahen wir mal wieder wie gut es ist früh auf den Beinen zu sein. Nach uns ergoss sich eine ganze Touristenflut über den Ort. Die Seilbahn muss ganz schön voll gewesen sein. Der Ort selbst ist voll gestopft mit Souvenirs. Wir deckten uns auch noch mit ein paar Andenken ein, immerhin hatten wir noch reichlich Bargeld, was wir noch ausgeben mussten. Nach einigen Runden durch den Ort und einem Besuch in einem Schmetterlingspark schlenderten wir zur Bahnstation. Für den Rückweg nach Cairns hatten wir uns für die Eisenbahn entschieden. Die Bahn machte auf der Strecke einen Stopp, wo wir noch einmal einen herrlichen Blick auf den Wasserfall hatten. Leider begann nun das Wetter auch mit Wasserfällen und auf den Rest der Strecke sahen wir immer wieder niedrig hängende Regenwolken und Nebelschwaden, anstatt schöne Aussichten. Angekommen in einem Vorort von Cairns, stieg ich in den Tansferbus und die Mädels fuhren weiter bis Cairns. Kurz darauf trafen wir uns alle an der Central Station wieder und fuhren noch mal zum Hafen. Dort stärkten wir uns in einer 50ger Jahre Hamburger Kneipe. Anschließend schlenderten wir noch im Nieselregen über die Esplanade und sahen die Seahorse einlaufen. Sie war wesentlich früher dran als gestern. Offenbar war das Wetter auf See auch nicht gerade gut. Im Hotel dann schafften wir es unter Aufbringung aller Kräfte, die zweite Kokosnuss ohne den Verlust der Kokosmilch zu öffnen. Der Nutzen steht allerdings in keinem Zusammenhang zum Aufwand: Die Milch schmeckte nicht mal mit Rum.
Am nächste Tag setzte sich der Dauerregen fort. Mittlerweile regnete es auch schon durch. Wir schliefen aus und gegen halb zehn machten wir uns auf den Weg nach Norden. Unser heutiges Ziel war Port Douglas. Trotz des Regens beeindruckte uns die Küstenstraße: unmittelbar rechts das Meer und links von den Bergen Sturzbäche. Die Einfahrt nach Port Douglas war gesäumt von einer sehenswerten Palmenallee. Wir fuhren durch den Ort zum Lookout. Bei schönen Wetter ist er Blick bestimmt toll. Der Strand wird dann sicher auch einladender sein.
Uns trieb es weiter nach Norden. Wir fuhren noch bis Mossman. Dort stürmten wir einen Bottle Shop, immerhin wollten wir das Alkoholausfuhrkontingent noch ausreizen. Viel weiter nördlich kamen wir mit unserem normal angetriebenen Auto nicht mehr. Weiter in Richtung Cape York - die Nordspitze Australiens - sind Allradfahrzeugen notwendig. Wir entschlossen uns von Mossman über die Berge nach Mareeba, Kuranda und dann zurück nach Cairns zu fahren. Nachdem wir uns über einen sehr kurvigen und steilen Pass gequält hatten war in der nächsten Ortschaft Schluss. Das Wasser stand so hoch auf der Straße, dass sogar die Jeepfahrer lange abwogen, ob sie durchfahren. Wir riskierten nichts, kehrten um und fuhren abermals durch die Berge und entlang des Meeres zurück nach Cairns. Dort angekommen gingen wir ins Aboriginals Theater Tjapukaj. Aber bevor wir uns der Eingeborenenkultur widmeten, stürzten wir uns aufs sehr gute Mittagsbuffet. Gesättigt kauften wir dann Eintrittskarten und schauten uns die erste Show an. Die Show fand in einem Theatersaal statt. An jedem Sitzplatz befanden sich Kopfhörer und unter den angebotenen Sprachen ist auch Deutsch. Die Vorstellung war eine Mischung aus Schauspiel und Multimedia Show mit teilweise interessanten Holographieeffekten. In einem zweiten Saal wurde ein Film gezeigt, der sehr schonungslos über den Umgang mit den Aboriginals in der Vergangenheit berichtete. Die dritte Darbietung fand draußen - Gott sei Dank überdacht - statt. Es wurde vorgeführt wie man auf einem Didgeridoo spielt, wie man Boomerang und Speer wirft. Zum Schluss erklang noch ein fröhliches Liedchen, welches man natürlich auf CD erwerben konnte. In Sachen Merchandising haben die Ureinwohner mächtig aufgeholt.
Beim Restgeldausgeben in Cairns lief uns zu guter letzt noch eine Altbekannte über den Weg. Wir tauschten uns noch über unsere letzen Erlebnisse aus und fuhren dann zum Sachen packen nach Palm Cove zurück.
Am nächste Morgen dasselbe Bild: Dauerregen. Wir packten unsere Sachen zusammen, checkten aus und gingen frühstücken. Da unser Flugzeug erst am Nachmittag abhob, fuhren wir noch mal nach Cairns rein, aber außer der überdachten Einkaufsmeile hatten wir bei dem Wetter kaum Alternativen. Dann fuhren wir zum Flughafen, gaben unser Auto ab (6374 km) und flogen wieder nach Sydney. Dort hatten wir ein paar Schwierigkeiten den richtigen Wechsel von Domestic Airport zu International Airport zu raffen, aber wir schafften es dann doch. Hoffentlich sind unsere Koffer genauso clever, dachten wir. In Seoul hatten wir 7 Stunden Aufenthalt, der durch die nervenden koreanischen Durchsagen etwas Quälendes bekam. Aber wir bekamen in der Transit Lounge einen Mittagssnack. Dort war es dann auch auszuhalten. Der Flug nach Frankfurt war normal. In Frankfurt landeten wir bei 20°C! Als wir aber am nächsten Morgen aus unserem Liegewagen in Rostock ausstiegen sind nur noch 2°C.