Jede Menge Deutsches in drei Wochen Afrika

oder: Was wir in Namibia falsch und richtig machten

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Etosha

Nun wollten wir aber mal sehen, ob und welche Tiere denn nun überhaupt noch im Etosha Park zu entdecken waren. Kurz hinter dem Parkeingang liefen uns bereits die ersten Zebras und Giraffen über den Weg. Sicherlich gehörten die nicht gerade zu den südafrikanischen Big Five (Löwe, Leopard, Büffel, Nashorn, Elefant), aber wir sind auch schon stundenlang im Krüger Park herumgefahren und wären froh gewesen, ein Exemplar der beiden Tierarten zu entdecken.
Wir fuhren zum Namutoni Camp, checkten ein und trafen auf die Genthiner vom Vorabend. Sie hatten sich beim Lesen ihrer Tourbeschreibung etwas vertan, denn es war noch eine Übernachtung in einer Lodge kurz vor dem Park geplant. Sie bemerkten das noch rechtzeitig, trotzdem sind sie wohl in Rekordzeit mit 160 Sachen hingefahren. Jetzt hatten sie den ganzen Tag Zeit, um bis Okaukuejo zu fahren.
Nun machten wir uns auf unsere erste Pirschtour. Wir dachten, vielleicht können wir ja mit Glück und einem guten Auge doch noch ein paar Tiere entdecken. Wir hatten Glück und Anke ein gutes Auge. Sie sah ein, in einem völlig unspektakulär am Straßenrand stehenden Busch, verstecktes Löwenpärchen. Es lag vielleicht 10 Meter von der Straße entfernt. Wir hielten gleich noch ein weiteres Auto an, um die Insassen darauf hinzuweisen. Es waren Engländer und sie waren total beeindruckt davon, dass Anke die beiden Katzen entdecken konnte.
Auf unserer weiteren Tour sahen wir vor allem jede Menge Antilopen und Zebras, die teilweise in großen Herden umherzogen. Uns lief noch eine Warzenschweinfamilie über den Weg mit 4 Frischlingen, die dann unbeeindruckt von uns am Wegesrand genüsslich, laut schmatzend Grashalme vertilgten. Uns fiel ohnehin die Kindervielfalt unter den Tieren auf. Dies war sicherlich ein Vorteil, der Regenzeit gegenüber der Trockenzeit. Ein weiterer Vorteil war, dass einige großflächige Senken im Park mit Wasser gefüllt waren und nun tausende Flamingos in ihnen herum stolzierten und nach Nahrung suchten, ein einmaliger Anblick.
Im Nordosten des Parks hatten wir einen herrlichen Blick auf die flimmernde endlose Weite, aus der wie aus dem Nichts immer wieder neue Tiere auftauchten. Wir entdeckten einen Tierkadaver, an dem sich etliche Geier gütlich taten. Viele bezeichnen sie als häßliche Vögel; wir empfanden es nicht so. Sogar eine gewisse Eleganz konnten wir ihnen bei ihren Landeanflügen zuschreiben.
Auf dem Rückweg zum Camp waren wir schon sehr froh über unsere Tierbeobachtungen. Vor allem diese Fülle hatten wir nicht erwartet. Auf dem Weg lag noch ein Wasserloch, welches wir eigentlich links liegen lassen wollten, aber Anke meinte kurz vor der Abzweigung wir sollten mal hinfahren. Es war gerade rechtzeitig genug, dass wir nicht Staub aufwirbelnd, mit quietschenden Reifen in die Kurve fuhren. Und es lohnte sich. Von weitem sahen wir ihn schon: einen mächtigen Elefanten. Wir haben schon viele Elefanten gesehen, im Zoo, als auch in freier Wildbahn. Im Addo Park in Südafrika, z.B., sahen wir eine Herde mit ca. 60 Tieren und etliche Einzeltiere, aber solch einen Bullen, wie er jetzt vor uns stand, hatten wir noch nicht gesehen. Er war einfach nur groß. Er stand mit dem Rücken zu uns und trank aus dem Wasserloch. Uns bemerkte er nicht. Wir fuhren ziemlich dicht heran, im Schleichgang. Langsam drehte er sich zur Seite und stellte sich schön in Positur für unsere Fotos. Dann drehte er sich komplett um und stand nun frontal vor uns, nur wenige Meter entfernt. Die Kameras klickten. Ein herrlicher Anblick, als er die Ohren zur Seite abstellte. Und noch ein Bild. Dann stampfte er mit einem Vorderfuß auf. Langsam sahen wir in ihm nicht nur ein lohnendes Fotomotiv, sondern auch ein sehr, sehr großes Tier in freier Wildbahn! Wir addierten alle seine Verhaltensmuster zusammen: großer einsamer alter Elefantenbulle, wahrscheinlich unberechenbar und angriffslustig, stellt die Ohren in Angriffsstellung und stampft mit den Füßen! Der Motor, den wir ausgemacht hatten, sprang Gott sei Dank sofort an und zügig fuhren wir, den Elefanten im Rückspiegel immer kleiner werdend, mit Herzklopfen weiter. Das war knapp!
Wir besuchten noch ein paar Wasserlöcher, die teilweise sehr gut besucht waren. Vor allem die trinkenden Giraffen mit ihrem "Vorderbeinspagat" beeindruckten uns. Auf dem Rückweg ins Camp trafen wir am Weg einen Wagen, der am Wegesrand etwas zu beobachten schien. Wie das in solchen Fällen üblich ist, stellten wir uns dazu und fragten, was es denn zu sehen gibt. Die Antwort - ein Leopard. Wir waren richtig aufgeregt, immerhin fehlte uns der noch in unserer Sammlung. Wir blickten also durch den Zoom des Fotoapparates und mussten ziemlich bald feststellen, dass wir leider falsch informiert wurden. An seinen "Traueraugen" outete sich der Leopard als Gepard. Außerdem verspeist ein Leopard gewöhnlich seine Beute auf einem Baum und nicht wie dieser Gepard auf der Erde. Also wieder kein Leopard.
Im Camp machten wir uns erst frisch und beobachteten am Camp-Wasserloch eine Giraffenherde im Sonnenuntergang. Dann gingen wir sehr zufrieden mit unserem Tag im Restaurant essen und danach ins Bett.
Der erste Gang am nächsten Morgen war zum Wasserloch. Leider war noch nichts zu sehen. Also gingen wir frühstücken. Das Restaurant hatte ein sehr schönes und reichhaltiges Frühstücksbüffet aufgebaut, an dem wir uns bedienten. Als wir das Restaurant verlassen wollten, stellte sich heraus, dass das Essen nicht im Übernachtungspreis enthalten war. Wir mussten 70 Rand zahlen, eine Frechheit. Entweder ist das Frühstück in dem nicht sehr billigen Übernachtungspreis enthalten oder man weist explizit daraufhin, dass es exklusive ist. So aber fühlten wir uns von dem staatlichen Rastlager abgezockt. In einer privat geführten Unterkunft war uns das noch nie passiert und auch auf dem Rest der Reise kam dies nicht noch einmal vor.
Das Pirschfahren vom Vortag hatte einen lustigen Nebeneffekt. Da wir die meiste Zeit des Tages im Auto saßen und links bzw. rechts aus dem Fenster schauten, um nach Tieren Ausschau zu halten, waren wir jeweils einseitig gebräunt. Der eine links, der andere rechts braun. Wir sahen aus wie Ying und Yang. Also tauschten wir für den Tag die Plätze um das zu korrigieren und Anke fuhr.
Die ersten Tiere auf unserer Tour waren Schabrackenschakale und Geier beim Frühstück. Die werden sicherlich nicht abkassiert. Ein paar Streifenmangusten bildeten dann den vorläufigen Abschluss an wilden Tieren. Unser Weg zum nächsten Camp, Halali, führte durch eine komplett andere Vegetation, als am Vortag. Hatten wir im Nordosten des Parks vor allem Steppenlandschaft mit vielen Herden gesehen, fuhren wir nun durch relativ dichte Vegetation, die alle Tiere zu verschlucken schien. Am frühen Nachmittag erreichten wir das Camp, checkten ein und gingen zuerst Lebensmittel einkaufen. So etwas, wie mit dem Frühstück, sollte uns nicht noch mal passieren. Dann gingen wir zum Pool, der eigentlich schon viel zu groß für diese Bezeichnung war. Dem Anschein nach, war es ein 25-Meter-Becken. Dort schwammen wir und legten uns in die Sonne.
Am späten Nachmittag starteten wir dann mit unserer Abendpirsch. Das erste Tier, welches Anke entdeckte war - ein Löwe. Sie sollte sich lieber auf Leoparden konzentrieren. Der Löwe lag etwa 30 Meter tief im Dickicht versteckt und schaute gelangweilt in die Gegend. Selbst Anke konnte sich nicht erklären, wie sie den sehen konnte. Es schien, als hätte sie eine übersinnliche Beziehung zu den Kätzchen.
An einem Wasserloch gerieten wir mitten in eine große Impalaherde, die absolut unbeeindruckt von uns, dicht an unserem Auto vorbeizog. In der Mitte der Herde war der Kindergarten. Als die kleinen neugierigen Impala-Kitze vorbei kamen, hätte man ohne weiteres versuchen können sie zu streicheln, so dicht kamen sie.
Wir entschieden uns noch einmal das Wasserloch zu verlassen, um an den Rand der Etosha Pfanne zu fahren. Dabei stöberten wir ein Nashorn aus dem Dickicht auf, welches im zügigen Galopp davon preschte. Wahrscheinlich hatten wir uns alle drei gleich stark erschreckt. Der weitere Weg entpuppte sich als ein Hindernislauf, denn die überall auf den Wegen herumsitzenden Erdhörnchen zeigten keinen Respekt vor Autos und zwangen uns oft zu Slalomfahrten und Vollbremsungen. Am Rand der Etosha Pfanne genossen wir die unendliche Weite und blickten fasziniert auf die Tiere, die wie aus dem Nichts erschienen oder darin verschwanden. Dann fuhren wir wieder zurück zum Wasserloch, an dem es wieder etwas interessantes zu sehen gab. Zwei Autos standen schon dort und an dem einem, ein Jeep, schnüffelte eine noch nicht ganz ausgewachsene Nashorndame neugierig herum. Dann ging sie in Richtung Wasserloch. Sie hatte wohl erkannt, das dieses Blechding weder Freund noch Feind, also total uninteressant war. Nun hatten wir also doch noch unser Rhino gesehen. Ziemlich zufrieden machen wir uns auf den Rückweg zum Camp. Es wurde auch schon langsam Zeit, die Tore schlossen bald.
Plötzlich lag mitten auf dem Weg der Löwe, den Anke schon am Nachmittag erspähte. Wir wussten erst mal gar nicht so recht, wie wir uns verhalten sollten. Langsam fuhren wir immer dichter heran. Als wir etwa auf 5 Meter dran waren, richtete sich der Löwe auf und betrachtete uns mit einer Mischung aus Herablassung und Langeweile. Es war noch ein junges Tier. Er war zwar ausgewachsen, aber er hatte noch keine so gewaltige Mähne. Da entdeckten wir unweit von ihm entfernt im Busch noch ein Löwenpärchen, welches gerade mit der Nachwuchszeugung beschäftigt war. Hatten sie ihn auf die Straße geschickt um sich im Busch ungestört zu vergnügen? Wir schlichen mit schleifender Kupplung im ersten Gang immer dichter heran. Jetzt waren wir knapp zwei Meter neben ihm und ich lehnte mich aus dem Fenster, um ein paar Fotos zu schießen, immer gefühlvoll mit Kupplung und Gas arbeitend. Der Löwe blieb ganz ruhig, offenbar war es nicht seine erste Begegnung mit Touristen. Im Auto wuchs die Spannung und fast schon verzweifelnd klingende Rufe wie: "Fahr weiter!", "Das ist ein wildes Tier!", "Nicht so dicht ran!", "Dreh' die Scheiben hoch!" veranlassten mich dann zum Weiterfahren. Im Camp angekommen, mussten wir uns gleich mit den Insassen der anderen beiden Autos, die uns seit dem Rhino-Wasserloch begleiteten, austauschen. Welch ein Tagesabschluss!
"The early bird catches the worm". Dieses Motto veranlasste uns dazu, sehr früh aufzustehen. Mit dem Öffnen der Camptore fuhren wir in den Park hinaus. An einem Wasserloch frühstückten wir. Leider schienen die Tiere noch zu schlafen. Auch an den nächsten Wasserlöchern und unterwegs war noch nichts los. Da wollten wir erst mal einen Zwischentopp an einer der Toilettenanlagen im Park einlegen.
Als wir dort ankamen, merkten wir an dem stetigen Linksziehen des Wagens und dem aufgeregten Handzeichenkauderwelsch der dort pausierenden Touristen, dass wir vorne links einen Platten hatten. Namibia ohne Plattfuß ist wie Wüste ohne Sand. Das hatten wir schon oft gehört. Aber wir hatten Glück im Unglück. Es passierte uns zwar im Etosha Park, wo man eigentlich das Auto nicht verlassen darf, aber an einer der wenigen Stellen, an der man gefahrlos aussteigen kann. Nicht auszudenken, wenn uns das beim Löwen passiert wäre. Und wir hatten auch Unglück im Glück. Zu dem Glück der Lokalität kam das Unglück des Publikums. Wir waren nämlich in eine Pullerpause von Mittfünfzigern mit mehreren topp ausgestatteten Jeeps geraten. Während ich nun beim Montieren mit Ratschlägen wie: "Sie wechseln nicht oft ein Rad?!", "Sie müssen die Radmuttern erst lösen und dann den Wagen anheben!", "Die Schrauben dürfen Sie nicht in den Sand legen!", usw. unterhalten wurde, blockierten die Frauen der Mittfünfziger das Klo. Nach 10 Minuten war das Rad gewechselt und wir ließen die Khaki-Uniformierten wieder zurück bei ihren Toyotas.
Wir befanden uns nun in einer etwas unangenehmen Situation, denn wir hatten kein Ersatzrad mehr. Um erst mal den Luftdruck zu prüfen und eventuell auch noch Verbindung mit Avis aufzunehmen, fuhren wir auf dem schnellsten Weg ins nächste Camp, Okaukuejo. Dort war unser erster Stopp nach dem Einchecken, die Tankstelle. Wir erzählten dem Tankwart von unserem Missgeschick und fragten, ob wir die Luft prüfen könnten. Er fragte gleich, wo das kaputte Rad sei und etwa 10 Minuten nachdem wir es ihm zeigten, lag es repariert wieder im Kofferraum. Damit hatten wir nun nicht gerechnet, aber im nachhinein wurde uns klar, dass ein Plattfuß hier wohl recht häufig vorkommt und somit der Tankwart auch oft ein Rad flicken muss. Wir hatten Reparaturkosten von 8 Rand zu zahlen. Zusätzlich zu einem Trinkgeld gaben wir ihm noch ein Six-pack Windhoek. Das Bier sollte er auf unser Wohl trinken. Und es wirkte, es blieb bei der einen Autopanne.
Nun war unsere Stimmung wieder oben und wir zogen in unser Chalet. Dann gingen wir zum Wasserloch des Camps, welches nicht weit von unserer Unterkunft entfernt war. Als wir ankamen, waren wir zutiefst beeindruckt. An dem Wasserloch standen etliche Zebra-, Oryx-, Springbock- und Impalaherden dazu noch ein paar Giraffen und Gnus und tranken oder warteten, bis sie an der Reihe waren. Es waren einige tausend Tiere. Immer schubweise kamen die Herden ans Wasser. Es schien eine gewisse Reihenfolge zu geben. Ab und zu gab es auch schon mal Streit, aber im großen und ganzen lief es so ähnlich ab wie in den Warteräumen einer Behörde, nur ohne das Nummernziehen. Wir waren begeistert über die Masse der Tiere. Fast alle Herden hatten Jungtiere. Wir mussten uns zwingen, nicht allzu viel Zelluloid zu opfern, so fesselte uns das Treiben.
Nachdem wir uns endlich losreißen konnten, gingen wir einkaufen. Wir hatten einen Grillplatz vorm Haus und wollten am Abend einen Braai machen. Das ist die südafrikanische Bezeichnung fürs Grillen. Im Laden des Camps gab es alles, was wir für unser Abendbrot brauchten, von der Holzkohle, Grillanzünder, tief gefrorene Steaks bis hin zu Brot, Salatkonserven und natürlich Wein und Bier.
Wir machten noch eine letzte Abendpirschfahrt durch den Park, die uns aber keine nennenswerten neuen Tiere zu Gesicht brachte und wir fuhren mit Vorfreude auf das Abendmahl zurück ins Camp.
Wie sich herausstelle, waren unsere direkten Nachbarn die Engländer, die wir am ersten Tag im Park trafen. Sie schwärmten immer noch von Ankes "Löwenauge". Wir hatten uns eine Menge zu berichten.
Nachdem wir unser Abendbrot verzehrt und auch den überall herumlaufenden, fast handzahmen Erdhörnchen etwas Brot abgegeben hatten, gingen wir abermals zum Wasserloch. Es fing an zu regnen. Am Wasserloch stand ein einsames Nashorn. Wir warteten noch etwas über eine Stunde, aber außer die um uns herum sitzenden Leute gab es nichts mehr zu beobachten. Auf dem Rückweg sahen wir viele Campgäste, die ebenfalls grillten. Da es teilweise recht stark regnete, spielte sich das meist so ab, dass der Familienvater mit Regenjacke und -schirm am Grillrost versuchte das Fleisch zu braten, während der Rest der Familie im Trockenen auf selbiges wartete. Kam in uns etwa Schadenfreude auf?
Als Resümee zum Etosha Park können wir als erstes festhalten, dass sich ein Parkbesuch auch während der Regenzeit sehr lohnt. Wir haben sehr viele Tiere gesehen und mit etwas Geduld und Glück sogar Löwen, Nashörner, Geparden, Elefanten. Die gängigen Antilopenarten, Giraffen, Schakale, Erdhörnchen waren ständige Begleiter. Als Verkehrszeichen tauchten häufig "Zebrastreifen" auf und es gab verkehrsberuhigte Zonen mit "Speedbumper", in Form von Schildkröten. Wir haben sehr viele Jungtiere gesehen. Dafür hielt sich der Ansturm der Touristen sehr in Grenzen. Wir trafen selten andere Autos und konnten oft als einzige am Wasserloch Tiere beobachten.
Die Camps sind sauber, aber sehr abgenutzt. Ein paar Renovierungen sollten bei den Preisen schon mal abfallen. Wer es etwas komfortabler mag, sollte außerhalb des Parks in einer privaten Lodge nächtigen. Alle drei Camps haben eigene Wasserlöcher. Wir empfanden das in Okaukuejo am besten, das in Halali am ungünstigsten. Die Preise fürs Essen sind etwas frech. Nur das Abendessen in Namutoni, welches à la carte war, können wir empfehlen.

Der Weg nach Swakopmund

Wir verließen den Park Richtung Süden. Kurz vor Outjo bogen wir rechts ab nach Khorixas, wo unsere nächste Übernachtung schon gebucht war. Als wir zu Hause die Tour planten, fanden wir auf der Strecke zwischen Etosha und Swakopmund nicht viele Herbergen und hatten deshalb schon etwas reserviert. Sicher ist sicher, immerhin sind in dieser Gegend wirklich sehr wenige preiswerte Alternativen.
Auf dem Weg dorthin lag die Fingerklippe. Das ist ein etwas größerer Stein, der mit anderen gigantischen Bergformationen scheinbar in einer Reihe stehend, einen überwältigen Anblick bietet. Nach so viel Schönheit der Fauna Namibias in den letzten Tagen überraschte uns dieses Land wieder mit seinen einmaligen Landschaften. Wir fuhren zur Fingerklippe und stiegen bis an den Fuß des Steines und hatten von dort oben einen herrlichen Ausblick.
Wir hatten bis dahin den Weg aus einem Reiseführer entnommen, der uns auf der Reise auch schon einige Tips zur Streckenplanung gab. Aber was laut Reiseführer vor uns lag, Passte nicht ganz mit der Realität zusammen. Es fing ganz harmlos an. Wir mussten ein paar Farmtore öffnen und schließen. Das ist nichts Besonderes in Namibia. Es kommt auf Schotterpisten des Öfteren vor. Dann wurde die Piste schlechter. Auch das kam immer wieder mal vor. Die Piste wurde immer schlechterer. Wir konnten teilweise nur im 2.Gang fahren. Zusätzlich verschlimmerte sich der Pistenbelag und bestand bald nur aus spitzen Steinen und Löchern. Wir arbeiteten am Limit des Zweiradantriebs. Wir trauten uns kaum, schneller als 30-40 km/h zu fahren. Der Plattfuß aus dem Etosha Park war uns noch gut im Gedächtnis. Auch rechts und links der Piste lagen nur Steine. Wir befanden uns im Damaraland. Die Farmen, an denen wir vorbeifuhren, gehörten Angehörigen dieses Volksstammes und befanden sich in erbärmlichem Zustand. Meist bestanden sie nur aus ein paar Grundmauern mit einem rostigen Blechdach. Als Türen dienten aneinander gehangene, teils verrostete Blechdosen. Hin und wieder kamen ein paar Kinder aus den Hütten und rannten barfuss über die spitzen Steine, fast schneller als wir mit dem Auto. Ein paar Kühe, Ziegen und jede Menge Esel sahen wir. Aber wovon ernähren sich die Tiere? Weit und breit nur Steine und Sand. Einerseits sahen wir nun mal ein anderes Namibia, andererseits wollten wir auch wieder heil herauskommen. Unser Auto ließ uns nicht im Stich und bald hatten wir wieder das "langweilige schwarze Band" der Teerstraße unter uns. Dieses sollten wir laut Reiseführer für diesen Abstecher verlassen. Als wir noch mal genauer ins Buch schauten, merkten wir, dass sich die - richtigere - verbale Beschreibung von der kartografischen unterschied. Wir sind natürlich nach Karte gefahren und haben erst zu spät den Fehler entdeckt. Immerhin hatten wir nun ein erwähnenswertes Abenteuer.
Angekommen in Khorixas, suchten wir zuerst unsere reservierte Unterkunft auf, die Khorixas Lodge. Als wir unser Zimmer betraten und einmal durch die Anlage gelaufen waren, fühlten wir uns abgezockt. Die Lodge versprach laut Preis und Werbung mehr. Die Zimmer waren nicht allzu sauber, erstmalig machten wir mit Kakalaken Bekanntschaft. Um es gleich vorweg zu nehmen und nicht kleckerweise alle negativen Erfahrungen chronologisch einzustreuen, hier eine Zusammenfassung: Als wir die Rezeption betraten, mühte sich sichtlich genervt eine Angestellte zu uns, schob uns gruß- und wortlos ein Formular hin, dass wir wohl auszufüllen hatten. Der Verkaufsladen auf der Lodge machte erst nach zweistündiger Mittagspausenverlängerung auf. Die Kellner, die abends bedienten, machten den Eindruck, ihr Job sei Strafe. Unser Kellner machte eine Ausnahme. Dafür schrieben wir ihm ein gutes Trinkgeld mit auf die Rechnung. Er bat uns daraufhin, das zu streichen und es ihm bar auszuzahlen. Das Management zahlt die Trinkgelder, die per Kreditkarte gezahlt werden, nicht aus. Das Abendessen und das Frühstück waren gut und als wir die Rechnung bezahlten, lächelte die Empfangsdame sogar oder vertrieb sie etwa nur eine Fliege von ihrem Mundwinkel? Um noch etwas vorweg zu nehmen, es war der einzige Hänger in Namibia. Wir hatten danach keine vergleichbar schlechte Unterkunft mehr.
Von Khorixas machten wir uns am Nachmittag auf zum versteinerten Wald. Dabei handelte es sich um prähistorische Bäume, die im Laufe der Millionen Jahre zu Stein wurden, sehr beeindruckend. Wir bezahlten den Eintritt und bekamen einen Führer, der uns viel neues und altes erzählte. Er gab sich Mühe und machte einen guten Eindruck. Davon hing auch seine Entlohnung ab. Zusätzlich zu dem Geld das wir ihm gaben, bat er uns, ihm und seinen Kollegen etwas Wasser zu geben. Das Wasser, das sie hatten, war schon zu salzig. Wir hatten immer zwei 5 Liter Kanister Trinkwasser im Kofferraum. Das ist im Falle einer Panne lebenswichtig. Wir gaben ihm einen Kanister ab und seine Kumpels stürzten gleich mit Trinkbehältern dazu und tranken.
Da die Piste zu diesem versteinerten Wald sehr schlecht war und weiterführend auch nicht besser zu werden schien, entschieden wir uns, wieder zurückzufahren. Wir wollten eigentlich noch zum verbrannten Berg, das wären dann aber noch mal 100 Kilometer Schüttelei gewesen und uns reichten schon die 80, die wir so fahren mussten.
Auf dem Weg begegnete uns noch eine Ziegenherde, die von einem Hund begleitet wurde. Weit und breit war kein Mensch zu sehen. Der Hund führte die Herde zielstrebig über die Straße. Halten sich die Hunde hier eigene Herden? Ein seltsames Erlebnis.
Der nächste Morgen begann mit einer schlechten Nachricht. Anke hatte Bauchweh. War das Essen etwa schuld? Im weiteren Verlauf entschieden wir aber doch auf einen leichten Sonnenstich, der sich bald wieder legte.
Es lagen bis Henties Bay am Atlantik ca. 250 km Schotterpiste vor uns. Wie würde die nun wieder aussehen? Die erste Etappe bis Uis war okay. Die Landschaft war sehr schön. Wir fuhren am Brandbergmassiv vorbei, welches sich langsam und schemenhaft durch die Frühnebelschwaden abbildete. Es war eine sehr schöne Fahrt; unterwegs sahen wir kaum ein Auto und wenn doch, kündigte es sich schon weit durch eine große Staubwolke an. Dann hieß es so langsam die Fenster hoch kurbeln und kurz nach der Begegnung wieder runter. Wir ließen die Klimaanlage aus und genossen lieber den gut temperierten Fahrtwind.
Nach Uis wurde es noch besser. In der Karte war eine hundert Kilometer lange kurvenlose Straße eingezeichnet ohne weitere Orte oder Abzweigungen. Und so war es auch. Die Piste führte geradewegs durchs Nichts. So weit das Auge blicken konnte sah es - nichts. Nur weiße Weite, die am Horizont flimmernd entstand oder verschwand. Wir konnten kaum glauben, dass das was wir sahen, real sein sollte. Namibia hatte uns schon viele schöne und beeindruckende Landschaften präsentiert, aber das was wir hier erlebten, war für uns die Krönung. Dabei ist es so simpel, einfach nichts. Die Piste selbst war so gut, dass wir 100 km/h fuhren. Dann tauchten am Horizont verschwommen ein paar erste Büsche auf. Wir waren kurz vor Henties Bay. Eine Teerstraße verlief entlang der Atlantikküste, auf der wir in Richtung Norden abbogen. Unser Ziel war Cape Cross. Dort befand sich eine große Robbenkolonie. Der Anblick war atemberaubend. Das ist sowohl bildlich als auch wörtlich zu nehmen. Tausende Robben zu sehen, teils mit Jungtieren, die sich an Land und im Wasser tummeln, war ein Erlebnis. Der Geruch auch. Den Robbengeruch oder vielleicht besser Robbengestank hatten wir noch nach Tagen in der Nase. Trotzdem werden wir den nicht gerade kleinen Abstecher nach Cape Cross als großartiges Erlebnis im Gedächtnis behalten.

Swakopmund und Walvis Bay

Wir fuhren wieder die Küste hinunter nach Henties Bay, welches wir rechts liegen ließen, weiter nach Swakopmund. Unterwegs, zwischen Ozean und Wüste, hörten wir wieder deutsches Radio mit NDW-Musik und "Maschendrahtzaun", dazu die neusten politischen Entwicklungen in Deutschland. Welch ein Kulturschock erwartete uns, als wir in Swakopmund eintrafen! Eine super saubere Stadt mit pittoresken Häuschen und stilvollen Villen, herrlich angelegten Gärten, Parks und Promenaden. Nach den Tagen der Wüste, des Staubes, der Kargheit, kamen wir uns nun vor wie in einem Paradies, einer Oase im Sandmeer. Mit Sicherheit wird einem Swakopmund auch gefallen, wenn man gerade aus der Zivilisation hier her kommt, aber dieser Gegensatz, den wir nun erlebten, verstärkte alle unsere neuen Eindrücke aufs Positivste.
Auch hier hatten wir im Voraus eine Unterkunft reserviert: "Prinzessin Rupprecht Heim". Diesmal wurden aber alle unsere Erwartungen erfüllt bzw. übertroffen. Der Preis war weitaus geringer als in Khorixas, der Standard weitaus höher. Es handelt sich um ein Altersheim, welches auch als Pension fungierte. Eine sehr nette Dame empfing uns und führte uns durch einen sehr schön angelegten Innenhof zu unserem Zimmer. Alles war picobello sauber und auch die Feinheiten stimmten wieder. Es gab keine Mängel zu beanstanden, selbst für soooo pingelige Deutsche. Es wurde sich gegenseitig gegrüßt auf dem Hof. Alle sprachen deutsch. Wenn die Palmen und die Temperaturen nicht wären, hätte die ganze Szenerie auch in Deutschland sein können. Eine Mischung aus Zufriedenheit und Heimatgefühl kam in uns auf.
Nach dem Einräumen machten wir uns zu Fuß auf den Weg in die Stadt. Die Pension lag sehr günstig, dicht am Strand und am Zentrum. Das erste, was uns auffiel in Swakopmund, es war alles deutsch: die Straßennamen, die Architektur, die Sprache, die Sauberkeit. Was wir in Deutschland als spießig belächeln würden - hier hatte es was. Viele alte Gebäude aus der deutschen Kolonialzeit wurden erhalten und restauriert.
Wir trafen auf ein kleines Reisebüro. Es war eigentlich nur ein Vermittlungsbüro für eine Wüstenlodge. Aber der wollten wir unbedingt einen Besuch abstatten. Sie hieß "Rostock Ritz". Wir fragten nach dem aktuellen Preis und waren dann erst mal ernüchtert. Dann erzählten wir der netten Dame, dass wir Rostocker seien und auch Mitbringsel aus unserer Heimatstadt mit hätten. Vielleicht könnten wir so einen kleinen Rabatt erschleimen. Wir sollten am nächsten Tag noch mal vorbeischauen, dann würde sie uns mitteilen, ob sich da was machen ließen. Wir hofften das sehr, denn wir hatten schon zu Hause von der Unterkunft gehört und uns vorgenommen dort zu nächtigen.
Am Abend schlenderten wir noch am Strand entlang und anschließend unterhielt sich mich noch sehr lange mit einer der Verwalterinnen und erfuhr so viel über das Leben der Südwester, während Anke schon schlief und den Sonnenstich auskurierte.
Der Morgen begann mit dem Frühstück im großen Frühstücksraum. Hier trafen die Heimgäste und die Pensionsgäste aufeinander. Es erschien uns als drückten wir mit unserem Erscheinen das Durchschnittsalter der Anwesenden knapp unter 85.
Es war kalt am Morgen. Das Thermometer zeigte kaum 20 Grad. Dazu kam ein feiner Nieselregen, der aber nicht lange anhielt. Die Südwester sagten, dass ein solcher Regen in Swakopmund etwas sehr, sehr, sehr, sehr, sehr Seltenes sei. Wir gingen in die Stadt, schmökerten in ein paar Läden herum und bewunderten die Architektur. Zum Mittag aßen wir in der Fußgängerzone Kartoffelpuffer, die genauso waren, wie wir sie von zu Hause kannten. In einem Geschäft kauften wir ein paar Andenken und kamen mit der Besitzerin und ihrem Bruder ins Gespräch und erst nach einer Stunde Informationsaustausch wieder heraus. Der Mann war ein Schweizer und hatte sein ganzes Leben in verschiedenen afrikanischen Ländern verbracht. Er versuchte überall irgendwelche Firmen aufzubauen, was ihm auch immer wieder gelang. Aber wenn alles halbwegs gut lief, gab es einen Putsch oder ähnliches und er und seine Familie konnte gerade so fliehen. Wir erfuhren ebenso einiges über die aktuelle Regierung und das "His Excellence" drei Privatjets besitzt und seine Reisekosten geradezu explodierten. Auch nachdem was uns die Frau erzählte, fragten wir uns, wohin gehst Du, Namibia? Mit Schrecken schauten viele Südwester auf die Entwicklung in Simbabwe.
Am Nachmittag machten wir einen Strandspaziergang und gingen ins Aquarium. Es hält sicher nicht den Vergleich mit dem in Kapstadt stand, aber es ist ja auch noch nicht so lange in Betrieb.
Dann wurde es spannend. Wir suchten abermals das Rostock Ritz Büro auf. Würden wir Rabatt bekommen und wenn, wieviel? Als uns ein Angebot für den halben Preis gemacht wurde, buchten wir ohne Zögern.
Danach gingen noch zur Haupttouristinformation. Eigentlich wollten wir uns nur Informationen über den Welwitschia-Drive einholen, aber wir kamen dann noch mit der netten Dame dort ins Gespräch. Wir erläuterten unsere Reisepläne und stießen auf ein wenig Unverständnis. Wir hatten nämlich vor, die Dünen am Soussus Vlei auf unserer Tour auszulassen. Wir dachten, wir hatten für unsere Entscheidung gute Gründe. Um diese Dünen genießen zu können, sollte man sehr früh am Morgen bei ihnen sein, möglichst kurz nach Sonnenaufgang. Die nächst mögliche Unterkunft war aber 70 Kilometer entfernt und eine sehr teure Mövenpick Lodge. Die bezahlbaren Hotels oder Lodges waren mindestens 120 km und mehr davon entfernt. Und vom Fahren in der Dunkelheit über Schotterpisten wurde oft abgeraten. Weiterhin hörten wir von Leuten, dass es sich auch nicht so sehr lohne; Dünen gibt es immerhin überall in der Gegend. Bei unseren Recherchen kamen wir also zu dem Schluss, dass es sich um eine typische Touristenfalle handeln musste. Das sah die Dame in der Touristinformation ganz anders und sie widerlegte ein Vorurteil nach dem anderen. Sie schwärmte von der Schönheit, der Erhabenheit, von der besonderen Sandstruktur der Dünen. Dann legte sie uns ein Sonderangebot der Mövenpick Lodge vor. Das ließ uns dann wirklich an unseren Plänen zweifeln. Wir wollten Soussus Vlei noch mal überschlafen.
Am Abend gingen wir in "Erichs Restaurant" essen. Das Essen war ein Traum, Teufelsfisch und Seezunge. Wer in Swakopmund richtig leckeren Fisch essen will, kommt an diesem Lokal nicht vorbei.
Der Morgen begann wieder mit nettem Beisammensein mit den Omis und Opis im Frühstücksraum. Unser erster Weg führte zur Touristinformation. Wir buchten eine Unterkunft in der Mövenpick Lodge. Die Angestellte hatte uns letztendlich überzeugt, Soussus Vlei zu besuchen. Was uns dort tatsächlich erwartete, konnten wir ja zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen.
Dann verließen wir Swakopmund in Richtung Osten. Wir wollten den Welwitschia Drive abfahren. Dabei handelte es sich um einen Rundkurs in der Wüste, der an markierten Punkten Wissenswertes über die Wüste und das Leben in ihr informiert. Erwähnenswert sind der Ausblick auf die "Mondlandschaft", die Oase mitten im Nichts, die Welwitschia Mirabilis und die schlimmste Buckelpiste, die wir je erlebt hatten. Bei den Welwitschia Mirabilis handelt es sich um Wüstenpflanzen, die nur in Namibia und im Süden Angolas vorkommen. Sie bestehen aus zwei fleischigen Blättern, die sich immer wieder teilen, einem bis zu 6 Meter langem unterirdischem Stamm, der aus der Tiefe die Pflanze mit Wasser versorgt und natürlich einer Wurzel, die aus unterirdischen Wasserläufen das Wasser aufnimmt. Es gibt männliche und weibliche Exemplare, die man anhand ihrer unterschiedlichen Blütenstände sehr gut unterscheiden kann. Diese Pflanzen werden sowohl sehr groß, als auch sehr alt. Die älteste und größte Pflanze wird auf über 1500 Jahre geschätzt und hat gewaltige Ausmaße.
Noch einmal durch Swakopmund fuhren wir weiter nach Walvis Bay. Rechts das Meer, links die Wüste. Wir konnten uns richtig vorstellen dass, wenn vor jeglicher Zivilisation in diesem Gebiet ein Schiffbrüchiger an Land kam, sicher gleich wieder freiwillig ins Wasser zurückgegangen ist.
In Walvis Bay fuhren wir gleich zu der Unterkunft, die wir einem Unterkunftsverzeichnis entnahmen. Es war gerade noch ein Appartement frei. Das war aber vom Feinsten; wir waren aufs Positivste überrascht. Als wir beiläufig im TV zappten, entdeckten wir Sat1. Da saßen wir nun bei fast 30°Grad auf der Couch, die Terrassentür stand offen, eine leichte Brise wehte herein, die Sonne schien und wir schauten "Enterprise" und eine Wettervorhersage für Deutschland, die einen Wintereinbruch ankündigte. Diese Mischung aus Wohlbefinden und Schadenfreude behagte uns; das ist Urlaub. Aber wir setzten noch eins drauf. Wir fuhren zu einem nahe gelegenen Freibad, Dolphin Park, legten uns in die Sonne, riefen zu Hause in Deutschland an und ließen uns ausführlich von den Schneefällen und Tiefsttemperaturen berichten.
Walvis Bay hat eine große Lagune in der tausende Pelikane und Flamingos leben. In dieser Lagune steht ein Restaurant auf Stelzen. Wir bekamen dort gerade noch so Platz, da schon fast ausgebucht war. Und das nicht ohne Grund. Wir hatten einen herrlichen Blick über die Lagune und sahen Flamingoschwärme vor der untergehenden Sonne vorbeiziehen. Dazu genossen wir Steak und Huhn. Als wir das Restaurant verließen, war Ebbe und die Pelikane standen fast auf dem Trockenen. Die Flamingos stelzten nun mit dem Kopf im Wasser durch die Lagune. Ein herrlicher Anblick.
Abends in der Pension freute sich mich, dass ich die Bundesliga im Fernsehen sehen konnte, obwohl Hansa mal wieder verlor.