Zwei Wochen schlemmen und genießen

oder: Eine Vorweihnachtszeit bei falschen Temperaturen in Südafrika

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Prolog

Dreimal Sommer in einem Jahr. Wer hätte das nicht gern? Dieses Jahr hatte ich es. Und mit mir Sandra, die nun schon zum dritten Mal mit mir auf Reisen ging. Eigentlich hatten wir beide gehofft, dass uns noch ein paar Freunde begleiten würden, aber letztendlich sind nur wir zwei übrig geblieben.
Nur zwei Wochen in Südafrika, werden viele fragen, ist das nicht zu kurz? Egal wie lang der Urlaub ist - er ist immer zu kurz. Es kommt auf die geplante Route und das Programm an. Da wir beide nicht das erste Mal ans Kap reisten, hatten wir schon die gängigen Sehenswürdigkeiten gesehen und konzentrierten uns bei der Planung nur auf die Kategorien Genießen und Erholung. Aber wie es so oft ist kam es anders. Dazu später mehr.
Entgegen meiner sonstigen Gepflogenheiten hatte ich zu ersten Mal sämtliche Unterkünfte im Voraus gebucht. Teilweise kannte ich sie schon von früheren Besuchen, teilweise verließ ich mich auf Empfehlungen, teilweise entschied ich intuitiv (Ja, das können Männer auch).
Als Route hatte ich Kapstadt, die Garten Route bis nach Port Elizabeth, den Addo Park, die kleine Karoo und schlussendlich die Weinregion am Kap ausgesucht. Das ist selbst für zwei Wochen viel Programm, aber noch eine gesunde Mischung aus Erholung und Ausnutzen des Mietwagens.
Trotz der verbindlichen Vorbuchungen war die Fahrtroute nicht unveränderlich vorgegeben, sondern hatte durchaus Alternativen, die wir zum Teil auch nutzten auf Grund von Informationen vor Ort oder in Abhängigkeit unserer Tagesform. Bei den Unterkünften hatten wir uns einen Schnitt von 350 Rand pro Person und Nacht als Schwellwert gesetzt. Dies unterboten wir sogar.

Kapstadt

Die modernen Verkehrsmittel haben schon was tolles an sich. Da saß ich am Vortag noch bis zum Feierabend im Büro in Köln bei herbstlichem Wetter und am nächsten Morgen frühstückte ich Eier und Speck am Clocktower der Kapstädter Waterfront bei sommerlichen Temperaturen und Sonnenschein. Dem Langstreckenflug wollten wir gleich eine Seefahrt folgen lassen und entschieden uns für einen Besuch von Robben Island, der berühmten Insel in der Bucht von Kapstadt. Die Idee war an sich nicht schlecht. Wir saßen mit vollem Bauch in einem Boot, spazierten durch die Gefängnisanlagen und ließen uns noch mit dem Inselbus herumfahren. Nur machten wir einen der ältesten Urlauber-Anfänger-Fehler: wir unterschätzten die Sonne.
Robben Island ist für einen Geschichts- und Geschichteninteressierten mit Sicherheit ein Höhepunkt. Erstaunlich für mich war der hohe Besucherandrang. Die Fähren schienen voll ausgelastet zu sein.
Zurück an Land gaben wir uns den Rest des Tages frei. Wir wollten nur noch in unsere B&B und am Pool entspannen - im Schatten. Wir hatten uns in der Villa Romantica in Camps Bay einquartiert, die einen herrlichen Blick über den Kapstädter Vorort bot. Die Zimmer waren im italienischen Stil eingerichtet, jedes hatte einen Ausgang zur Sonnenterrasse mit Swimmingpool. Es gab sogar eine Sauna, etwas was wir bei sommerlichen Temperaturen und wolkenlosem Himmel nun gar nicht vermissten.
Den Sonnenuntergang genossen wir am Stand von Llandudno, wo ich mich eigentlich mit Bekannten aus Köln verabredet hatte. Auf Grund einer verloren gegangenen SMS warteten sie nun aber in Camps Bay auf uns. Wir trafen uns aber noch in einem Restaurant und verabredeten uns auf konventionelle Art für ein Picknick am Folgetag auf einem Weingut bei Franschhoek.
Gesättigt von köstlichen Kudu- und Straußensteaks im Auto sitzend, eine Serpentine hochfahrend unter dem südlichen Sternenhimmel, auf die Lichter einer Großstadt, die sich zwischen Meer und Gebirge erstreckte, blickend, dem Gesang Placido Domingos begleitet von Santanas Gitarre aus dem CD-Player lauschend, schwebten wir nahezu unserer Unterkunft entgegen. Das war Urlaub - sorry für den Schachtelsatz.
Am nächsten Morgen ging der Urlaub klischeehaft weiter. Strahlender Sonnenschein, traumhafter Blick auf das Meer, reichhaltiges Frühstück, sehr nette weitere Gäste. Gegen Mittag fuhren wir nach Franschhoek, wo wir uns mit weiteren sechs Deutschen trafen, um gemeinsam in einem Weingut ein Picknick zu veranstalten. Liane und Michael hatte ich auf einer Afrika-Messe kennen gelernt. Die restlichen vier waren wiederum Bekannte von den beiden. Picknick wird in Südafrika auf vielen Weingütern angeboten. Wir kauften vorbereitete Picknickkörbe, suchten uns Wein und andere Getränke aus und ein schönes schattiges Plätzchen unter Bäumen. Sofort kam eine Entenfamilie zu uns und erbettelte sich erfolgreich einige Brotkrumen. Trotz heißen 30 Grad und ohne großen Hunger genossen wir den Nachmittag auf Boschendal sehr. Ein Rundgang durch das Gut rundete den Besuch ab und förderte hoffentlich unsere Verdauung. Denn am Abend hatten wir wiederum ein kulinarisches Highlight geplant.
Zunächst fuhren wir aber wieder in unsere tolle Unterkunft und zogen im Pool ein paar Bahnen, um Kalorien zu verbrennen. Das redeten wir uns jedenfalls ein.
Am Abend fuhr uns dann ein Taxi in die Innenstadt zum African Café. Dies ist eine Art afrikanische Erlebnisgastronomie. Zunächst wuschen wir uns am Tisch die Hände. Dann erklärte uns unsere farbenfroh in Trachten gekleidete und bunt bemalte Kellnerin die Vorgehensweise des Menüs. Wir bekamen 16 verschiedene Gerichte aus verschiedenen afrikanischen Ländern zum probieren vorgesetzt aus denen wir dann unsere Favoriten aussuchen und soviel essen konnten wir wollten. Nach dem Tag haben wir allerdings kaum die Geschmackmuster geschafft und waren richtig stolz auf uns dass wir so 4-5 Teller leer aßen. Ich brauchte jedenfalls für meinen Magen einen Schnaps. Da kam die Kellnerin mit ca. 10 Sorten in einem großen Korb an unseren Tisch und wir konnten alle mal ‚beschnuppern' und uns in Ruhe entscheiden. Hier galt dann aber doch nicht ‚as much you can drink'.
Am Ende des Tages hatten wir so ein paar Ränder mehr um unsere Bäuche und einige weniger in unserem Portemonnaie.
Obwohl es an einem Sonntag zu befürchten war, dass es am Kap sehr voll sein würde, fuhren wir dorthin. Wir wollten vom Kap der Guten Hoffnung in Richtung Cape Point wandern und hofften auf nicht allzu viele mit dem gleichen Gedanken. Wie befürchtet war das Kap der Guten Hoffnung sehr gut besucht und die Touristen drängten sich in Schüben hinter das Hinweisschild um ein Foto für sich oder die Daheimgebliebenen zu machen. Wir wanderten gleich los und waren nicht allein. Mein Geheimtipp war nun schon lange keiner mehr und wir trafen etliche Leute unterwegs. Aber wir trafen auch Klippschliefer und zwar sogar mit Nachwuchs. Sehr putzig. Außerdem waren noch die mit Kormoranen überzogenen Klippen sehr fotogen. Dann kehrten wir aber um, da wir anhand der Autos und vor allem Busse auf dem Parkplatz von Cape Point schon erahnen konnten, was da oben los war.
Zurück überlegten wir, ob wir uns im Park noch etwas anderes anschauen sollten. Sandra entdeckte auf der Karte Wrack zu dem ein Wanderweg führte. Das wollten wir uns mal anschauen. Am Beginn des Wanderwegs stand ein Schild welches uns eine Zeit von 3 Stunden verkündete. Ganz schön weit, dachten wir, wollten aber erstmal los gehen. Der Weg begann ganz human, wurde dann immer felsiger und zum Teil mussten wir ihn suchen. Wenigstens ging es immer bergab. Nach etwas über eine Stunde kamen wir am Wrack an. Es war enttäuschend. Einzig die dort ungestört lebenden Wasservögel und eine Robbe waren sehenswert.
Zurück liefen uns noch zwei Strauße über den Weg. Der Rückweg ging nun am Wasser entlang und schien uns eigentlich recht einfach. Es gab keine Steigungen, keine Felsen über die wir springen mussten. Aber eine ganz andere Anstrengung kam hinzu. Die Sonne kam raus. War es zu Beginn der Wanderung moderat bewölkt bei angenehmen Temperaturen wurde es nun sehr, sehr warm. Unterwegs spendeten uns zeitweise hohe Büsche, durch die der Weg wie durch einen Dschungel geschlagen war Schatten und Abkühlung. Aber das Schlimmste stand uns noch bevor. Der Hinweg ging permanent bergab. Demzufolge mussten wir letztendlich sicher wieder bergauf. Die Hoffnung auf einen Lift gaben wir schnell auf. Hier waren wir in der Natur. Es wäre einfach zu schreiben, dass der Aufstieg steil und dafür kurz war. Die Zeit des Aufstiegs kam uns allerdings überhaupt nicht kurz vor. Aber wir schafften es und saßen erstmal im Schatten unseres Autos um Kräfte zu sammeln und Flüssigkeit aufzunehmen. Nun hatten wir sogar drei Wracks gesehen. Eins unten am Strand und zwei spiegelten sich in den Scheiben unseres Autos. So eine Wanderung würden wir zu Hause sicher nicht so mal eben machen, aber hier war es ja Urlaub und Sonntag noch dazu.
Einstimmig beschlossen wir direkt nach Somerset West zu fahren und den eigentlich noch geplanten Besuch des Botanischen Gartens an das Ende unserer Reise zu stellen.
In Helderbos - meiner südafrikanischen Stamm-B&B - angekommen wurden wir aufs Herzlichste empfangen und hatten bei Kaffee und Keksen viel zu erzählen. Das Steak am Abend in Bobby McGees (auch mittlerweile ein Stammlokal) hatten wir uns nun wirklich verdient und es war erwartungsgemäß ausgezeichnet.

Knysna

"Von Somerset West nach Knysna? Das ist aber ein ganz schönes Ende." So waren oft die Reaktionen von Leuten denen wir unseren Plan mitteilten. Es stimmt, es sind rund 450 Kilometer und unterwegs sind einige besuchenswerte Stopps, aber zum Teil kannten wir die schon und andererseits war dies die Strecke um "Kilometer zu machen", da wir ja für unsere zwei Wochen noch einiges vor hatten.
So ganz stur die Nationalstraße wollte ich dann doch nicht fahren. Vor George begann eine Alternativstrecke. Eine alte Route die dann von George nach Knysna auch als historische Strecke ausgeschildert war und mit tollen Pässen und viel Natur aufwartete. Unterwegs sahen wir sogar frei lebende Meerkatzen auf der Straße sitzen. Der Fahrbahnbelag wechselte sich häufig ab: Schotter und Teer. Die drei sehr schönen Pässe waren es wert, diesen Umweg einzuplanen.
Auch in Knysna erwartete uns eine bekannte Unterkunft. Wir waren im letzen Jahr schon in der Knysna Island Lodge gewesen und es hatte uns sehr gefallen. Besonders die Bar mit den Bierdeckeln aus aller Welt hatte es uns angetan und wir hatten einige im Gepäck, da die deutschen Biere noch sehr untervertreten waren. Mit Erschrecken mussten wir nun aber feststellen, dass die Bar renoviert worden war. Sie hatte schöne neue Möbel, war heller und einen neuen Anstrich. Und die Bierdeckel waren verschwunden! Der Besitzer war sehr überrascht und erfreut zugleich, dass wir einige Deckel dabei hatten und nahm sie auch gerne entgegen mit der Aussage, dass er wieder mit der Dekoration beginnen wird.
Zwischen George und Knysna verkehrt eine alte Dampflokomotive, der Outeniqua Choo Tjoe Train. Reiseführer versprachen eine Fahrt damit als eine empfehlenswerte Aktivität. Wir waren auch nicht abgeneigt. Allerdings braucht dieses Museumsstück - es endet in George tatsächlich in einem Museum - immerhin drei Stunden für die Strecke. Eine Hin- und Rückfahrt mit Zwischenstopp in George würde also knapp sieben Stunden dauern. Dies war uns dann doch zuviel Bahn für einen Tag. Aber es gab natürlich findige Leute in Südafrika. Von einem kleinen Unternehmen in Knysna wurde ein Shuttle angeboten. So ist es den nicht allzu Zugbegeisterten möglich eine Strecke per Bus zurückzulegen und die andere halt in diesem Veteran mit der Dampfmaschine. Wir buchten so eine Fahrt nach George mit der Bahn und eine Rückreise mit dem Shuttle. Natürlich machten wir nicht alles richtig. Als wir nachdem wir die Tickets im Bahnhof gekauft hatten, tatsächlich noch einen freien Platz an der linken Seite des Zuges (der besseren Sicht wegen) ergattert hatten, darauf wartend, dass es endlich losginge, kam ein Mann zu uns ans Fenster und fragte ob wir Andreas und Sandra seien. Wir leugneten nicht und er stellte sich als der Fahrer des Busses für den Rücktransport vor und meinte wir hätten eigentlich bei ihm direkt die Tickets kaufen sollen, damit er auch sicher sei, dass wir im Zug seien. Wahrscheinlich hatte diese Vorgehensweise die nette Dame aus unserer Lodge uns auch so erklärt, aber so schnell war unsere Auffassungsgabe wohl zu dem Zeitpunkt noch nicht. Dafür war ihr Personenbeschreibungsvermögen hervorragend, denn immerhin ging der Fahrer den ganzen Zug ab und kam doch dann ziel gerichtet auf uns zu. Respekt.
Aber dies war nicht unser einziger Fehler. Wir hatten uns auf der Suche nach einem schönen Plätzchen in der Bahn bis in den ersten Wagen nach der Lok vorgearbeitet. Durch das offenen Fenster - wir wollten ja viel sehen - kam auch jede Menge Ruß und Dreck von der Lok rein. Aber wir ließen uns die Fahrt nicht vermiesen und genossen die tollen Ausblicke, die sich uns boten. Der Höhepunkt war nach der Überquerung der Brücke über den Kaaimans River und als wir kurz danach eine Schule Delfine im Meer erblickten.
Der Zug endete im Bahnhof in George, der gleichzeitig als Verkehrsmuseum fungierte. Der Rücktransport klappte problemlos und in einer knappen Stunde waren wir wieder zurück in Knysna.
Der Rest des Tages war wieder Urlaub. Leider hatten wir Pech mit dem Wetter. Es war den ganzen Tag bewölkt. So gaben wir uns unser Reiselektüre hin und ich begab mich auf einen ausgedehnten Inselrundgang. Die Anwesen auf Leisure Island waren wirklich exquisit. Hier auf einer kleinen Insel inmitten einer Lagune mit nur einer Zufahrt lebte man wirklich sehr nobel. Ich traf auf einen Tennisklub wo Damen so Mitte Fünfzig ein Doppel spielten und die Herren im Clubhaus an der Theke verbal die Welt verbesserten. So könnte ich mir einen Altersruhesitz vorstellen.
Aber es gab doch noch was richtig Interessantes zu sehen. Ich wäre fast achtlos vorbeigelaufen, obwohl ein großes selbst gemaltes Hinweisschild an einem Baum mich eigentlich hätte stutzig machen sollen. "Slow! Baby owls!" stand darauf und sollte Autofahrer auf Nachwuchseulen sensibilisieren. Allerdings saßen die kleinen gefiederten Nachtschwärmer einen Baum weiter. Ein Junge auf einem Moped wies mich allerdings daraufhin und so erblickte ich zwei flauschige Eulen auf einem Baumstamm direkt neben mir. Schräg gegenüber auf einem Baum saßen die Elterntiere. Dann kamen noch ein paar Anwohner hinzu und ich erfuhr von ihnen, dass die Eulen jedes Jahr dort brüten und meistens Zwillinge aufzögen.
Als ich in der Lodge ankam, saß Sandra schon bei Ihrem ersten Drink, die Bar hatte bereits eröffnet und der Inhaber schien in seinem Element zu sein. Ich bestellte auch ein Getränk und trotz dichter Wolkendecke saßen wir draußen auf der Veranda mit Blick auf den Strand und bemerkten, dass viele der Gäste Deutsche waren.
Als wir nach dem Abendessen den Tag in der Lodge Bar ausklingen ließen kamen wir noch mit zwei Paaren aus Norddeutschland ins Gespräch und tauschten lange südafrikanische Erlebnisse aus.

Plettenberg Bay

Das Wetter meinte es nicht gut mit uns. Nach wie vor schien die Sonne nicht zu scheinen und die Vorhersagen für die nächsten Tage hätten genauso gut in eine norddeutsche Tageszeitung in der Herbstzeit gepasst. Nur die Temperaturen lagen um die 20 Grad.
Zunächst fuhren wir erstmal an Plettenberg Bay vorbei. Das hatte aber seinen Grund. Etwa fünfzehn Kilometer weiter östlich lag Monkey Park, ein Park der Affen die als Haus- oder Zirkustiere mehr schlecht als recht gehalten wurden aufnimmt. Wir konnten sogar an einer deutschen Führung teilnehmen, die obendrein noch den Vorteil hatte, das wir nur zu fünft waren. Der Park kann nur mit Führern begangen werden, die aber einiges Interessantes über die Bewohner und deren Angewohnheiten zu berichten wissen. Der Park schafft sehr gut den Spagat zwischen Unterhaltung und Information. Natürlich ist es auch möglich dort diverse Souvenirs zu kaufen und zu essen und zu trinken. Interessant ist sicher auch, dass sich in dem Park die längste Hängebrücke des südlichen Afrikas befindet und es somit möglich ist die Bereiche zu betreten, in denen sich Affen wohl fühlen - in den Spitzen der Bäume.
"A Room with a View". Der Name der Unterkunft in Plettenberg Bay versprach einiges. Auch war das Anwesen sehr schön in einen Berghang eingearbeitet und bot würfelförmig angeordnete Suiten mit eigener Terrasse und schönen Blick auf das Meer. Aber es lag auch dicht an einer stark befahrenen Straße. Somit gab es einen dicken Minuspunkt.
Ein Bekannter von mir hatte einen tollen Tipp für uns. Eine Wanderung über Robberg Island sollte ein erlebenswertes Naturabenteuer sein. Wanderung? Wir hatten noch unser Martyrium vom Kap in guter Erinnerung. Ähnlich wie damals wollten wir erstmal losgehen und unterwegs entscheiden, wie weit wir gehen. Wir entschieden uns zunächst zu der sichtbaren Halbinsel der Halbinsel zu gehen, da diese Strecke überschaubar schien. Der Weg dorthin war aber schon sehr anspruchsvoll. Es ging an steilen Klippen entlang und war äußerst abenteuerlich. Wir mussten uns zum Teil mit Händen abstützend an den Felsen entlang tasten. Aber wir meisterten es und kamen auf der kleinen Halbinsel an, die sich als Möwenkinderstube herausstellte. Beim Rückweg überlegten wir welche der drei möglichen Alternativen die Beste sei. Der abenteuerliche Weg zurück über die Klippen, ein äußerst anstrengend scheinender Aufstieg auf eine Sanddüne, die die Halbinsel in der Mitte durchzog und dann auf der anderen Seite zurück oder der Weg über die komplette Insel am Wasser entlang. Wir wollten letzteres angehen und bei Auftauchen einer größeren Schwierigkeit umkehren. Aber es kam selbstverständlich anders als wir dachten. Die Summe vieler sich steigernder Schwierigkeiten und die fehlende Courage einfach umzukehren ließ uns abermals durch ein Tal der Tränen schreiten. Dabei fing es viel versprechend an. Der Weg war angenehm und eine uns entgegenkommenden Deutsche meinte, wir hätten nichts schwieriges zu erwarten und wären mit einem etwa eineinhalbstündigen Spaziergang einmal dabei. Wir sollten uns zu Beginn nur etwas sputen, da die Flut sonst einen Teil der Strecke unpassierbar mache und wir dann einen schwierigeren Umweg nehmen müssten. Also alles ganz easy! Denkste!
Die erste Herausforderung war dann diese besagte Stelle, die bei Flut Klettern an Ketten, die im steilen Fels angebracht waren notwendig machten. Wir konnten aber noch über sonst überspülten Steine laufen. Das war dann aber auch definitiv das Ende des normalen Wanderweges. Jetzt ging es nur noch Klippen rauf und runter, teils anstrengend und halsbrecherisch, teils nur anstrengend. Als wir endlich am Ende der Halbinsel angelangt waren und nun auf der gegenüberliegenden Seite zurücklaufen wollten, standen wir vor zwei uns sehr bekannten Herausforderungen: ein steiler Aufstieg und das Wiedersehen mit der Sonne.
Nachdem der Aufstieg hinter uns lag, hatten wir endlich einen Weg vor uns, auf den wir die ganze Zeit gehofft hatten. Er hatte keine nennenswerten Höhenunterschiede, bot einen schönen Ausblick und war sogar schattig. Wir konnten sogar den Blick auf eine Robbenkolonie genießen. Am Auto angelangt schworen wir uns, dass der Rest des Urlaubes nur noch am Pool verbracht wird.
Wenn wir uns je ein gutes und reichliches Essen verdient hatten, dann an diesem Tag. Unsere Gastgeberin hatte uns einen Tisch im Mermaid Slippers reserviert, ein Restaurant an der Mündung eines Flusses. Das Gasthaus wartete mit brennenden Fässern am Eingang auf und wir bekamen einen Tisch direkt vorm Kamin. Als Willkommensspeise bekamen wir sogleich ein Begrüßungsgericht. Dann wurde eine Platte mit diversen Spießen kredenzt. Wir konnten alle probieren, es wurden aber nur die von uns gegessenen berechnet. Danach wählten wir dann das Hauptgericht, welches uns überaus geschmacklich überraschte. Die Küche war wirklich sensationell. Dazu das Ambiente vorm knisternden Kamin und dazu Musik, die die besondere Note des Abends bestens unterstrich. Zum Abschluss setzten wir uns auf der Terrasse um ein Feuer und blickten auf den Fluss, der ins Meer floss. So fand dieser doch anstrengende Tag einen durchaus verdienten Abschluss.
Der Tag begann die ersten Minuten eigentlich sehr viel versprechend, mit Frühstück auf einer Terrasse mit schönem Meerblick und Sekt. Leider konnten wir es nicht sehr lange genießen, da ein Schauer kam und uns unter den überdachten Teil trieb, da selbst die Sonnenschirme an den Tischen den Regen nicht mehr von uns hielten. Es waren ja auch Sonnenschirme.