Zwei Wochen Safari und Strand und eine Woche Kap

oder: Falsche Wege und richtige Abenteuer im südlichen Afrika

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Mosambik

Von der Parkgrenze zur Landesgrenze war es nicht weit und so waren wir zur Mittagszeit an der mosambikanischen Grenze. Zunächst mussten wir Südafrika verlassen. Das ging schnell. Zwei-drei Formulare ausgefüllt und weiter gings.
Dann mussten wir in Mosambik einreisen. Das waren schon ein paar Formulare mehr, ein paar Schlangen mehr an denen wir uns anstellen mussten und einige sehr von sich überzeugte Beamte. Mit etwas Selbsbewußtsein und Frechheit - nie hinten anstellen, immer von der Seite reindrängeln - hatten wir diese Hürde auch geschafft. Insgesamt hatten wir für den Grenzübertritt etwa vierzig Minuten gebraucht. Der Weg nach Maputo war frei.
Tatsächlich hielten uns nur noch zwei Mautstellen auf, die für europäische Verhältnisse allerdings nur symbolische Beträge forderten. Der Nebeneffekt war, dass wir durch sie nun lokale Währung als Rückgeld erhielten.
Mit Maputo erwartete uns eine afrikanische Großstadt mit allen Facetten, die solche Städte ausmachen. Groß, dreckig, chaotisch, aber auch bunt, beeindruckend, überraschend. Eigentlich handelte es sich um eine Stadt, die auf Hügeln direkt am Meer gelegen alles für eine aufregende Metropole hätte, wenn sie mal renoviert und gesäubert werden würde.
Da wir ein paar Straßennamen übersahen, nicht den richtigen Stadtplan nutzten und die Wegbeschreibung ein wenig grob war, hatten wir schon eine erste Stadtrundfahrt hinter uns, als wir am Hotel ankamen. Das stellte sich allerdings als sehr schön heraus. Nicht nur die Lage auf einem Hügel mit herrlichen Blick über die Innenstadt und den Hafen war beeindruckend, auch die Einrichtung war auf hohem Niveau. Ein erstes mosambikanisches Bier hielt in der Tat das was uns Felix von der Villa Ticino versprochen hatte. Irgendwie war er wohl mal beruflich mit den Brauereien in Mosambik verquickt.
Gestärkt machten wir uns zu Fuss auf den Weg die nähere Umgebung zu erkunden. Wir gingen durch ein wohlhabenes Viertel Maputos mit einigen Restaurants, Geschäften und vielen fliegenden Händlern, die uns mehr oder weniger nicht von der Pelle rückten. Als wir dann auf die Avenida Friedrich Engels kamen, wurde es etwas ruhiger. Die Straße war mit Palmen gesäumt und wir hatten von ihr aus einen schönen Blick aufs Meer. Dazu kam, dass einige Brautpaare dort mit ihren Hochzeitsgesellschaften für Fotos posierten. Das war was für unsere beiden Mädels. Nur schwer konnten wir sie von den festlich geschmückten Leuten weglocken und zum Rückweg ins Hotel überzeugen.
Dort angekommen nahmen wir einen Sundowner am Pool, genossen den Sonnenuntergang über den Hafen und aßen Abendbrot im Hotelrestaurant.
Henning Mankell ist ein bekannter schwedischer Kriminalautor, der in Maputo lebt. Dort hat er ein Theater ins Leben gerufen, das Teatro Avenida. Das schauten wir uns am nächsten Morgen als erstes an bevor wir Maputo in Richtung Norden verließen.
Laut unserer Karte gab es eine Straße entlang der Küste nach Maracuene. Dort sollten wir dann auf die Nationalstraße treffen. Wir fuhren an schönen Stränden entlang und sahen abermals Brautpaare und ihre Hochzeitsgäste, die am Strand posierten. Plötzlich war die Straße zu Ende. Oder besser, der Zustand änderte sich radikal. Wir fuhren nun auf einer Sandpiste, die übersäht mit Schlaglöchern war. Da immer noch einigermaßen Verkehr herrschte, dachten wir an eine kurze Unterbrechung und fuhren in der Hoffnung auf bladige Änderung weiter. Es änderte sich auch etwas. Der Verkehr nahm ab und bald waren wir völlig allein unterwegs auf einem Sandweg ohne Hinweisschilder und irgendeinen Anhaltspunkt wo wir waren. Nach einigen Kilometern - die Straße wurde noch schlimmer - fragten wir Bauern am Wegesrand. Zu unserer Überraschung sprachen sie perfektes Englisch und erklärten uns, dass wir schon in Richtung Maracuene unterwegs seien und ruhig weiter fahren sollten. Mit einem Blick auf unseren Allrad-Jeep meinten sie, damit könnten wir's schaffen. Und tatsächlich, bald kam eine bessere Piste und ich konnte wieder ohne Allrad und in einem höheren Gang als den zweiten fahren. Bald erreichten wir Maracuene und die Nationalstraße, welche von bester Qualität war.
Zunächst. Das änderte sich hin und wieder. Die Straße wechselte von europäischen Verhältnissen zu Schlaglochpiste zu Baustelle und auch eine etwa zwanzig Kilometer lange Umleitung über eine Sandpiste war mit von der Partie. So brauchten wir für die 450 Kilometer fast zehn Stunden und kamen pünktlich zum Sonnenuntergang in der Barra Lodge auf der Halbinsel Inhambane an.
Entschädigt wurden wir von den Strapazen durch ein wirklich hervorragendes Buffet und einer Musik- und Tanzgruppe, die am Strand aufspielte. Danach verzogen wir uns in unsere Schilfhütten, welche uns als Behausung dienten und schliefen früh ein.
Den nächsten Tag begann ich sportlich. Bei angenehmen bis schon recht warmen Temperaturen lief ich an den Strand, nahm ein erfrischendes Bad im Meer und joggte den menschenleeren Strand entlang. Danach duschte ich am Pool der Lodge und schwamm auch noch ein paar Bahnen. Da hatte einen guten Appetit beim anschließenden Frühstück.
Der Tag plätscherte so dahin. Bei wolkenlosem Himmel, tropischen Luft- und Wassertemperaturen und herrlicher Brandung verbrachten wir die Zeit mit am menschenleeren Strand herumliegen, baden, Strandwandern und Essen und Trinken in der Strandbar.
Der nächste Tag fing ähnlich an, nur dass drei von uns für den Nachmittag einen Ritt am Strand gebucht hatten. So blieb Sandra mit ihrer Lektüre am Strand zurück, während wir auf dem Rücken der Pferde am Wasser entlang ritten. Es fing gemächlich an, aber zum Schluss des Ausflugs jagten wir in vollem Galopp durch den Sand.
Schon während unseres Ritts waren Wolken aufgezogen, was natürlich sehr angenehm war. Aber beim Abendessen wurde es dann stürmisch und ein Tropengewitter entlud sich, während wir zwar im Freien aber gut überdacht speisten. Natürlich fiel dann bald der Strom aus und wir saßen im spartanischem Licht recht romantisch zusammen an unserem letzten Abend in der Barra Lodge.
Am nächsten Morgen nahmen wir Abschied von der Lodge und leider hatte ein Reifen auch Abschied von etwas Luft genommen. Wir hatten den Wagen ja zwei Tage nicht bewegt, da hatte er seiner Langeweile wohl etwas Luft gemacht. So war mein erster Weg zu Tauchbasis der Lodge, wo mit einem Atemluftkompressor der ursprüngliche Reifendruck wieder hergestellt wurde.
Dann brauchten wir noch etwas Diesel, was wir versuchten an einer Tankstelle in Inhabane käuflich zu erwerben. Allerdings bekam die Tankstelle gerade eine Lieferung und wir mussten warten, bis die Tanks gefüllt waren. In der Zeit kam ich mit zwei Deutschen ins Gespräch, die mit einem altersschwachen Bulli unterwegs waren und als Tauchguides in Tofu, einem anderen Strandabschnitt, arbeiteten. Sie machten einen typischen 'Aussteiger'-Eindruck. Wobei sie mir so jung erschienen, dass sie sicher noch nicht viel hatten, aus dem sie ausgestiegen sein könnten. Sie fuhren vor uns los und kurz hinter Inhambane trafen wir sie wieder, als sie mit brennendem Motor am Straßenrand liegen geblieben waren. Tja, dass hätte ihnen besser vor dem Tanken passieren sollen, denn der VW-Bus war so wohl nur noch für den Schrottplatz gut. Sie nahmen es nicht gerade locker, waren aber auch nicht depressiv. "Jetzt müssen wir wohl neue Pläne machen." war ihr Kommentar dazu. Da wir ihnen nicht helfen konnten, wünschten wir ihnen das beste und fuhren weiter.
Wir mussten zwar nicht die ganze Strecke bis Maputo zurückfahren, sondern nur bis Bilene, was etwa 150 Kilometer vor Maputo lag, aber es war doch wieder eine lange Fahrt. Allerdings wäre ein Strandtag bei dem Wetter auch nicht so toll gewesen, da es bedeckt und kühl war. Ideal zum fahren. Allerdings blieb es auch so, als wir am Nachmittag in Praia do Sol, unser Unterkunft, ankamen. Zwar kam die Sonne noch abends zum schönen Sonnenuntergang raus, aber fürs Baden war's uns zu frisch. Nachdem wir unsere sehr schön gelegenen Bungalows in den Dünen bezogen hatten, tranken wir Laurentia und 2M, die mittlerweile zu unseren favorisierten Biermarken gehörten und aßen ein paar Sandwiches. Bis zum Sonnenuntergang machten wir noch einen langen Spaziergang am Strand, der zu einer großen Lagune gehörte. Bis zum Abendbrot vertrieben wir uns die Zeit auf unserer Terasse mit tollem Ausblick.
Das Essen war wie eigentlich überall in Mosambik sehr gut. Nur kamen später noch eine Wagenladung Südafrikaner an, die anscheinend in Feierlaune waren und uns dazu veranlassten, bald das Bett aufzusuchen.
Das Mitbringsel für die afrikanischen Kinder sind Malstifte und Kugelschreiber dachten wir. Wir hatten einige mitgenommen und waren bislang noch nicht dazu gekommen, sie zu verteilen. So dachten wir uns, wir halten an der nächstbesten Schule und übergeben sie einer Lehrerin. Gedacht - getan. Leider war an der Schule niemand der Englisch sprach und die noch sehr junge Lehrerin, der wir die Stifte übergaben, war ehr irritiert denn dankbar. Ein wenig verwirrt verließen auch wir dann die Schule und fuhren weiter nach Maputo.
Maputo hielt uns einige Zeit auf. Einerseits handelte es sich um ein sehr ausgedehntes Stadtgebiet, andererseits gerieten wir in die Rushhour und standen einige Zeit im Stau. Dabei bekamen wir allerdings noch einen Eindruck vom pulsierenden Leben in der mosambikanischen Hauptstadt.

Swaziland

Wir verließen Mosambik in Richtung Swaziland über einen Gebirgspass. Der Grenzübertritt war zwar nicht formular- aber problemlos. In einer Viertelstunde waren wir durch.
Swaziland kam uns nach den Tagen in Mosambik geordneter, sauberer, ja fast europäisch vor. Die Straßen waren in gutem Zustand. Es gab wieder Hinweisschilder und die Höhenlage erinnerte an mitteleuropäische Landschaften. Unser Hotel war das Mountain Inn in Mbabane, der Hauptstadt. Das Hotel bot uns neben einem atemberaubenden Blick über ein herrliches Tal auch ein sehr gutes Abendbrot in Büffetform, welches von uns von einem Klein Constantia Marlbrook eröffnet und von einem La Motte Millenium beendet wurde.
In Swaziland war es dann auch wieder möglich einige touristische Einrichtungen zu besichtigen. Wir entschieden uns für eine Kerzenmanufaktur und eine Glasbläserei. Beides war sehr touristisch, aber durchaus sehenswert.

Pretoria

Dann hatte uns Südafrika wieder. Mit freundlichen Hinweisschildern auf der Nationalstraße "Hi-Jacking Hot Spot" wurden wir in der Zivilisation begrüßt.
In einer kleinen Stadt aßen wir bei Wimpy und an einer Tankstelle brachten wir unseren Plattfuss wieder auf normalen Reifendruck. Er hatte die Fahrt gut durchgehalten und wir waren frohen Mutes, dass er uns auch noch bis Johannesburg bringen würde. Auf dem weiteren Weg nach Pretoria passierten wir noch eine Mautstelle und fanden sehr gut unser erstes Besichtigungsziel, das Union Building, das südafrikanische Parlamentsgebäude. Eine Runde durch die Innenstadt schloss sich an, mit kurzem Stopp am Paul-Krüger-Denkmal. Dann besichtigten wir noch das Vortrecker-Denkmal und die darin befindlichen Ausstellungen.
Unser Hotel lag in einem Vorort an einem Geschäftspark mit vielen Läden uns Restaurant an einem künstlichen See. Dort hatten wir die Qual der Wahl bei der Suche nach dem optimalen Ort der Nahrungsaufnahme. Wir entschieden uns für ein portugiesisch angehauchtes Restaurant, welches Strauß auf der Speisekarte hatte. Das beste war allerdings der Kellner. Entweder hatte er einen besonders guten Tag oder an ihm war ein Entertainer verloren gegangen. Die Krönung war als er im akzentfreiem Deutsch meinte "'Ja,Ja' heißt 'Leck mich am Arsch'". Da konnten wir unser Lachen kaum in einem Restaurantbesuch angemessener Lautstärke halten. Als sich dann auch noch herausstellte, dass sein Bruder in Berlin weilte und er ihn dort schon besucht hatte, war bei unseren Berlinerinnen das Eis endgültig gebrochen. Satt und gut unterhalten fielen wir in unsere Betten.

Am Kap

Die Abgabe des Wagens erfolgte problemlos. Ebenso der Check-In und der Flug mit der südafrikanischen Billig Airline kulula, die mit äusserst witzigen Sicherheitsinstruktionen aufwartete: "Im selten Fall eines Druckabfalls, fallen aus den Kabinendecken Sauerstoffmasken. Der darin enthaltene Sauerstoff wird Ihnen nicht extra berechnet." oder "Das Benutzen elektrischer Geräte an Bord, wie Mobiltelfone, Haarföns und Rasenmäher ist nicht gestattet."
Pünktlich und mit einem schönen Rundflug über den Tafelberg kamen wir in Kapstadt an. Wir erhielten einen neuen Mietwagen mit dem wir uns in Richtung Franschhoek aufmachten. An zwei Weingütern hielten wir noch. Bei Amani machten wir eine Weinprobe, La Motte hatte leider schon geschlossen. So kamen wir an unserem Quartier 'Olifantshoek' an und wurden aufs Positivste überrascht. Ein herrlicher Garten, stilvolles Ambiente und sehr schöne Zimmer erwarteten uns. Ein mehrgängiges Essen sollte am Abend folgen, aber zunächst war noch reichlich Zeit, um sich in Fraschhoek umzusachauen. Das taten wir.
Der pittoreske Ort bietet vieles fürs Touristenherz und so schmökerten wir durch einige Läden. Allerdings wurden wir dann von einem heftigen Regenschauer überrascht, so dass wir in einem Cafe eine Zwangspause einlegten. Während einer Schauerunterbrechung eilten wir in unser Gästehaus, wo wir mit gute Laune aufbauenden Getränken erwartet wurden. Mit denen in der Hand war das nun aufziehende Gewitter nett anzusehen und wir konnten uns allmählich aufs Abendessen einstimmen. Das begann gegen 19 Uhr mit einem Aperitif. Dann folgten etliche Gänge begleitet mit unterschiedlichen immer auf den Gang abgepassten Weinen. Als wir nach dem letzten Gang das letzte Glas Rotwein gegen halb eins auf der Veranda tranken, hatten wir ein wirklich unvergessliches Mal hinter uns.
Das Frühstück im Olifantshoek war im Gegensatz zum Wetter hervorragend. Bei tief hängenden Wolken und grauer Suppe mit Nieselregen, entschieden wir uns für einen Museumsbesuch. Da Sandra und Dirk laut ihren Nachnamen Vorfahren hatten, die Hugenotten waren, besichtigten wir das Hugenotten Museum in Franschhoek. Als wir das Museum verließen, klarte der Himmel schon etwas auf und auf dem Aussichtspunkt auf dem Franschhoekpass hatten wir schon einen ganz passablen Blick auf das Tal.
Wir fuhren in Richtung Hermanus, wo wir hofften ein paar Wale zu sehen. Einziger Zwischenstopp war Hamilton Russels Winyard, ein Weingut, welches aber nur sehr junge Pinotage zum Kosten hatte und so nicht unsere Erwartungen traf.
Als wir in Hermanus an den Klippen standen und ins Wasser starrten, stimmte wieder alles. Die Sonne war raus gekommen und in der Bucht waren noch etliche der Meeressäuger zu sehen. Wir hielten uns einige Zeit dort auf, beobachteten Wale und Touristen. Letzteres war zum Teil äusserst unterhaltsam, besonders eine deutsche Familie hatte es uns angetan. Sanni, ein Teenager, kraxelte nur mit Sandalen an den Füßen an den Klippen entlang. Entsprechend aufgeregt war die Mama, die nun über eine große Entfernung und etlichen anderen Besuchern hinweg versuchte, mit ihrer Tochter zu kommunizieren. Diese wiederum versuchte die alte Taktik 'Herunterspielen und ablenken'. Das hörten sich in etwa so an: "Nee Mami, ist ungefährlich. Hier sind Stufen. - Ooch, guck mal hier sind ja auch kleine!" - "Was? Kleine Wale?" - "Nein, die kleinen Tierchen, die wir auch auf dem Tafelberg gesehen haben. Dasi oder so ähnlich.." - "Hää, ich glaub die heissen Daisies." Nun ob die Klippschliefer, die gemeint waren - auf englisch Dassie - sich gerne mit dem Yorkshire Terrier des toten Modezaren Moshammer vergleichen, würden wir nie erfahren.
Der Weg die Küste entlang nach Somerset West bot tolle Ausblicke aufs Meer und die Sonne gab sich alle Mühe die tolle Landschaft in schönes Licht zu tauchen.
In der B&B Helderbos wurden wir aufs herzlichste von Nonnie empfangen. Für mich war es ein Wiedersehen mit meiner südafrikanischen Familie, die nun seit acht Jahren mehr oder regelmäßig besuche. Aber auch Sandra war schon das dritte Mal da. Da gab es eine Menge zu erzählen und Grit und Dirk musste alles gezeigt werden. Die Zeit verflog und bald war es Abend und wir machten uns auf den Weg nach Buitenverwachtig, wo wir ein Abendessen gebucht hatten. Dabei handelt es sich um ein Weingut bei Kapstadt, welches auch für seine Spitzen-Küche bekannt war. Am Abend zuvor hatte Olifantshoek die Latte sehr hoch gelegt, aber Buitenverwachting spielte in der selben Liga. Das Essen war in der Tat sehr gut und nach knapp vier Stunden hatten wir alle Haupt- und Zwischengänge verspeist und machten uns auf dem Weg zurück nach Somerset West.
Mit der Fruit Surprise von Nonnie, einer Joghurt-Frucht-Spezialität, starteten wir frohen Mutes in den Tag, denn wir hatten eine Rundfahrt um Kaphalbinsel geplant. Wir fuhren also los in Richtung Kapstadt, dann weiter nach Muizenburg zu den bunten Strandhäuschen. Bis dahin spielte das Wetter auch noch mit. In Simons Town, wo wir die örtliche Pinguinkolonie besuchten, fing es an diesig zu werden. Am Kap selbst war eine solche dicke Brühe, dass wir kaum die Spitze vom Cape Point sehen konnten. Trotzdem wanderten wir ein wenig am Kap entlang und machten auch das obligatorische Foto vor dem Schild 'Kap der Guten Hoffnung'.
Über den Chapmans Peak Drive fahren wir nach Hout Bay, wo wir im 'Fish on the Rocks' Fish&Chips aßen. Auf dem weiteren Weg nach Kapstadt sahen wir kaum die zwölf Apostel und auch der Tafelberg selbst war zur Hälfte im Dunst verschwunden. Trotz allem hatten wir einiges gesehen und bei einem Thailänder in Somerset West beschlossen wir den grauen Tag.
Voller Hoffnung starteten wir in den neuen Tag. Es konnte ja nicht schon wieder so grau und düster werden. Immerhin waren wir in Südafrika und nicht in Schottland. Wir begannen mit einem Besuch im Botanischen Garten von Kirstenbosch. Da sahen wir einerseits schöne Anlagen und Pflanzen, andererseits hatten wir die Wolkensituation am Tafelberg im Blick. Und in der Tat es wurde immer besser.
Über Hout Bay, an den nun sehr schön zu sehenden zwölf Aposteln vorbei fuhren wir zur Seilbahnstation. Da ich wusste, dass es oben auf dem Berg immer ein paar Grad kühler und windig war, nahm ich einem Pullover und eine Jacke mit hoch. Beides trug ich auf dm Berg um meine Hüfte gewickelt, denn oben war es richtig warm und absolut windstill. So ruhig hatte ich den Tafelberg noch nicht erlebt.
Wir machten eine Wanderung, die uns komplett um den Tafelberg führte und waren doch etwas erschöpft. Als wir wieder an der Seilbahnstation ankamen. Eine Erfrischung im Restaurant mit herrlichem Blick auf die wolkenlose Kaphalbinsel brachte aber neue Kräfte zurück. Noch mehr Kräfte tankten wir allerdings bei der Eröffnung unserer südafrikanischen Biergartensaison im Paulaner an der Waterfront mit einem Weißbier und Brez'n, die uns von einer Kellnerin im Dirndl serviert wurde. Leider war die Saison recht kurz und der Abend nahte. Unseren letzten Abend verbrachten wir im Bobby McGees in Somerset West, was mittlerweile so was wie eine Stammkneipe für mich war.
Den letzten Tag begannen wir mit einem ausgiebigen Frühstück, wobei allerdings wenig aßen sondern mehr mit Nonnie erzählten. Es folgte ein ausgiebiger Gartenrundgang, wobei Nonnie Grit noch etliches für den heimischen Garten einpackte. Die Koffer wurden schon mal vorgepackt und dann fuhren wir nach Vergelegen, einem sehr schönen Weingut in Somerset West. Dort machten wir eine Weinkellerbesichtigung und beendeten den Urlaub stilvoll mit einem Picknick im kleinen Kampferbaumwäldchen.
Wir fuhren zurück zu Helderbos, wo wir die Koffer einluden, uns bei einem Kaffee von Nonnie und Peet verabschiedeten und uns auf den Weg zum Flughafen machten.

Epilog

Das Programm war straff. Wahrscheinlich zu straff. Ich hatte sicher einige Distanzen unterschätzt, besonders in Mosambik. Es war ein Urlaub der Kontraste. Luxuslodge und rustikale Unterkünfte, Drei-Sterne-Essen und eigener Braai, fantastische Tierbeobachtung und stundenlanges Blicken auf langweilige Straßen; es war einiges dabei, was uns in Erinnerung bleiben würde.
Im Krüger Park haben wir viele Tier sehen können. Der Mix von privater Lodge und Selbstversorgung in staatlichen Camps war durchaus empfehlenswert. So hatten wir uns bei den Rangern schon einige Tipps für unsere Tierbeobachtungen holen können.
In Mosambik tat sich einiges. Viele - vor allem südafrikanische - Unternehmen investierten in dem Land. Wenn Maputo noch einen neuen Anstrich bekäme, könnte es ein Perle am indischen Ozean werden. Die Strände vermittelten einen noch unverbrauchten Eindruck. Ein Paradies für den, der am Tag die Ruhe und Einsamkeit und Abends im Restaurant sehr gute Küche genießen kann.
Da ich nun schon häufig am Kap war, gab es für mich nicht mehr allzu viel Neues zu entdecken. Für mich ist es ein vertrautes und schönes Gefühl durch die Kapregion zu fahren und einfach den Aufenthalt dort und die Atmosphäre zu genießen. So wird es auch diesmal nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich in Südafrika war.