Zwei Wochen Urlaub und zwei Flitterwochen

oder: Falscher Vorwand für eine Party in Kapstadt

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Ein Wochenende zu zweit

Die Lufthansa hat ein Herz für Brautpaare und ihre Garderobe. Als wir in Frankfurt ins Flugzeug stiegen hatten wir einen Rucksack als Handgepäck und zwei große Kleidersäcke mit dem Brautkleid und dem Anzug bei uns. Sofort kam eine nette Stewardess auf uns zu und brachte die Kleidungsstücke in die Businessclass, um sie dort in eine Garderobe zu hängen. Sie war allerdings nur eine der durchweg sehr freundlichen Personen, mit denen wir es auf dem Weg in den Süden zu tun hatten. Am Check-In saß eine zu Späßen aufgelegte Dame, der Prosecco im Flughafen wurde uns von einer freundlichen Sächsin serviert, die Einweiserdame am Sicherheitscheck war trotz Menschenmassen sehr nett und gesprächig, die Grenzbeamten witzelten mit uns, die Dame an der südafrikanischen Immigration in Kapstadt begrüßte uns freundlich und hatte Zeit für Small-Talk und der dortige Zollbeamte wünschte uns alles Gute, als wir ihm sagten, dass das Hochzeitskleid nicht nach Südafrika eingeführt werden soll. War vielleicht doch was dran am Geist der Weihnacht?

Obwohl wir eine Unterkunft in Camps Bay gebucht hatten, führte unser erster Weg nach Somerset West. Dort erwartete uns meine „südafrikanische Familie“ in Form von Nonnie und Peet, die ich mittlerweile seit neun Jahre in ihrer B&B Helderbos besuche. Als wir ankamen, fanden wir uns in einer großen Menschenansammlung wieder. Es gab Schnittchen und Getränke und alles deutete auf eine Party hin. Leider war es keine Begrüßungsparty für uns. Die Hauptrolle spielten kleine fellige Wesen, die auf Armen herum getragen wurden und die Menschen in Entzücken versetzten. Nonnie hatte eine Vorstellung ihrer Rottweilerwelpen und zahlreiche interessierte Leute waren gekommen, um sich die kleinen Rabauken mal anzuschauen. Nonnie ist nämlich auch eine sehr erfolgreiche Züchterin von Bullterrier und Rottweiler.


Natürlich wurden wir auch aufs Herzlichste begrüßt und willkommen geheißen. Wir schlenderten mit Spicey, der Bullterrier-Haushündin, durch den sommerlichen Garten. Ihr war der Trubel wohl zu viel. Immerhin ging es ja nicht mal um sie. Nach dem wir uns für das Erste akklimatisiert hatten, verließen wir Helderbos wieder und fuhren nach einem Stopp in einer Einkaufs-Mall nach Camps Bay.

Das Diamond House sollte uns für drei Nächte beherbergen. Es war hoch am Hang des Tafelbergs gelegen und bot einen herrlichen Blick auf den Atlantischen Ozean. Als letzter Tagesordnungspunkt stand nur noch die Nahrungssuche auf dem Programm. Unser Gastgeber hatte einen sehr guten Tipp für uns, das Codfathers. Dabei handelte es sich um ein Fischrestaurant ohne Speisekarte. Die Vorspeise wurde in einem Gespräch mit dem Kellner ausgewählt. Um etwas für das Hauptgericht zu wählen, wurden wir an eine große Theke gebeten, in der unzählige Fischarten auslagen und hinter der direkt der Koch die Messer wetzte. Uns wurde jeder Fisch erklärt, wie er heißt, wie er schmeckt wie man ihn am Besten kombiniert. Wir wählten unsere Favoriten, die Menge und alles wurde direkt für uns zubereitet. Fantastisch.

Zurück in der Unterkunft gönnten wir uns noch einen Absacker und schliefen dann tief und fest.